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Rostock hilft helfen

Rostock hilft helfen

Dez 11

Allen, denen es vielleicht noch nicht aufgefallen ist, zum besseren Verständnis des festlichen Looks allerorts: Wir befinden uns in der Weihnachtszeit! Jetzt rennen fast alle Menschen wie aufgescheucht durch die Fußgängerzonen und suchen die richtigen Geschenke für ihre Lieben.

Lisas Waisen in Ghana

Dabei tragen viele – wenn sie nicht zu gestresst sind – so einen merkwürdig mildes Strahlen in den Augen. Und genau dieses nach außen und innen wirkende Strahlen bewirkt, dass die Menschen – also wir – bereit sind, unsere Herzen zu öffnen. Und unsere Portemonnaies. Der Einzelhandel boomt so, dass nicht einmal Permanentkrisen Panik bei den Geschäftsleuten auslösen. Das Weihnachtsgeschäft ist immer die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Und das ist durchaus was gutes!
Denn die Bereitschaft Geld auszugeben führt auch dazu, dass Hilfsorganisationen in der Weihnachtszeit die meisten Spendeneingänge verzeichnen. Die Motivation für diese Spendenbereitschaft ist ebenso unterschiedlich, wie einerlei. Hauptsache, es kann anderen Menschen oder Tieren oder Gegenden geholfen werden. Also, Spenden sind eine gute Sache, egal ob sie der Beruhigung des eigenen Gewissens dienen oder man tatsächlich eine spezielle Sache unterstützen will.
Doch natürlich geht es nicht immer nur um Geld, wenn geholfen werden soll.
Dies ist die Geschichte von Lisa, einer jungen Rostockerin, die 2010 beschloss, sich nicht mehr länger ausschließlich über die Medien über Afrika zu informieren. Stattdessen entschied sie sich, für ein Jahr nach Ghana zu gehen, um sich vor Ort ein Bild von den Lebensbedingungen der Menschen zu machen und diese bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen. Und wie sich herausstellte,  hat es Lisa nicht bei einem einjähigen aufenthalt belassen.

0381-Magazin: Hallo Lisa, wir erwischen dich grade in Afrika. Wo genau bist jetzt?
Lisa Malisch: Ich befinde mich im Moment in Akwatia, einer Stadt mit 8000 Einwohnern in der Eastern Region Ghanas, etwa 3 Stunden Fahrzeit von Accra entfernt. Die nächstgrößere Stadt ist Akim Oda. Die Fahrt dahin dauert ungefähr 90 Minuten mit Tro Tro Yus. Diese sind alte Tranporter, die ausgebaut und mit weiteren Sitzen ausgestattet wurden. Die üblichen Transportmittel hier in Ghana.

0381-Magazin: Wie kam es dazu, dass du nach Ghana gereist bist?
Lisa: Ich habe im letzten Jahr am Programm "Weltwärts" über den DRK-Landesverband M-V in Schwerin teilgenommen. Im Rahmen dieses Programms bin ich für 11 Monate nach Ghana entsendet worden. Dort habe ich im Waisenhaus "My Shepherd Orphanage" gearbeitet. In dieser Einrichtung werden 24 Waisen zwischen 1 und 16 Jahren und ein behindertes Kind von einer Chefin namens Madame Philo, zwei Hausmuttis und einer Köchin umsorgt. Meine primäre Aufgabe war die Kinderbetreung, z.B. Hausaufgaben machen und spielen, aber auchso stinknormale Sachen wie Putzen, Kochen oder auf dem Markt einkaufen.

0381-Magazin: Viele junge Leute zieht es ins Ausland. Trotzdem ist Afrika ein eher ungewöhnliches Ziel. Warum zog es dich dort hin?
Lisa: Ich war schon vorher mit meinen Eltern in Kenia und Tansania im Urlaub. Dort haben wir eine Schule besucht, was mich tief beieindruckt hat und mein Interesse für den Schwarzen Kontinent weckte. Nach meiner Ausbildung wusste ich icht was ich anfangen sollte und so beschloss ich, in ein afrikanisches Land zu gehen und dort zu helfen.

0381-Magazin: Ghana ist keines der Länder, die uns aus den Nachrichten durch Hungersnöte, Bürgerkrieg oder Naturkatastrophen bekannt sind. Wie ist denn das Leben in Ghana?
Lisa: Ghana ist politisch stabil und relativ sicher. Dies und die Tatsache, dass englisch besprochen wird, gab den Ausschlag für Ghana, das ziemlich weit entwickelt ist und eine stabile Mehrparteiendemokratie hat. Ich lebte in einer Gastfamilie, die zur Mittelschicht angehört. Wir lebten zu zehnt auf ca 100 Quadratmetern. Stromversorgung war bei uns normal, wenn auch nicht immer zuverlässig.
Allerdings gab es bei uns kein fließend Wasser. Dies musste aus dem Brunnen geholt werden. Zum Duschen bekam man einen halbvollen Eimer Wasser. Da lernt man schnell, sich beim Duschen zu beeilen. Und dass der Wert des Wassers dort völlig anders ist, wurde mir natürlich auch schnell klar. Gekocht wurde außerhalb unseres Hauses an einer offenen Feuerstelle und natürlich gibt es auch keine Waschmaschine. Es wird also mit der Hand gewaschen. Das Leben der Menschen spielt sich in Ghana hauptsächlich auf der Straße ab und  viele kleine Läden bieten Dinge des täglichen Bedarfs, von der Autobatterie bis zum Waschpulver an. Eine Orange zum Auslutschen kostet hier umgerechnet 5 Cent.

0381-Magazin: Und wie wirst du als Weiße dort aufgenommen?
Lisa: Total herzlich! Die Leute sind freundlich und neugierig. Wenn ich durch Straßen gehe, winken die Menschen und rufen "How are you, Obruni?". Obruni heißt Weißer. Man hat hier weniger Privatsphäre und kann nicht einfach mal anonym Teil einer Menschenmenge werden. Weiterhin kann ich sagen, dass die Menschen Gäste unheimlich schnell integrieren. Keine Ahnung zu wievielen Beerdigungen und Hochzeiten ich schon eingeladen wurde.

0381-Magazin: Welche Probleme haben die Menschen in deinem Umfeld dort und wie kann man helfen?
Lisa: Dadurch, dass Ghana ein recht starkes afrikanisches Land ist, ist die medizinische Versorgung gar nicht mal so schlecht. Meine Kinder hier im Waisenhaus sind alle über das Sozialamt krankenversichert. So sind regelmäßige Impfungen also gewährleistet. Trotzdem werden die Kinder natürlich auch mal krank und es müssen Medikamente gekauft werden. Dies geht dann natürlich richtig ins Geld, da es sich um ein privates Waisenhaus handelt, das ohne staatliche Unterstützung auskommen muss. So reicht es meist grade mal für das tägliche Essen. Zurzeit warten drei Mitarbeiterinnen seit 3 Monaten auf ihr Gehalt. Aber sie machen trotzdem weiter! Ein weiteres Problem ist, dass Bildung hier Geld kostet. Zurzeit gehen alle unsere Kinder zur Schule, doch beginnt nach Weihnachten das zweite Halbjahr und dann wird wieder Schulgeld fällig. Auch wenn dies nur 2 Euro beträgt, fällt es manchmal schwer, das Geld zusammen zu bekommen.
Richtig schwierig ist der Zustand des Waisenhauses. Man muss es so sagen, es ist baufällig und deshalb wurde uns vom Vermieter gekündigt, so dass die Kids bald eine neue Bleibe brauchen.
Wir wollen nun mithilfe von Spenden ein neues Haus bauen. Doch nachdem der Grundstein gelegt wurde und das Fundament fertig ist, haben wir jetzt erstmal einen Baustopp, da das Geld alle ist. Deshalb werden wir jetzt einen Verein gründen, damit wir den Waisen hier besser helfen können.

0381-Magazin: Wie kann man denn spenden?
Lisa: Dadurch, dass unser Verein erst gegründet werden muss, können wir keine Kontonummer veröffentlichen. Dies wird erst im nächsten Jahr etwas werden. Bis dahin kann man Kontakt mit uns aufnehmen und wir erklären hilfsbereiten Menschen dann, wie sie hier schon mit kleinen Beträgen wirksam helfen können. Wie gesagt, mit 20 Euro kann man hier schon 10 Kinder zur Schule schicken.

Wer helfen möchte, schickt bitte eine Email an afrika@0381-magazin.
Dort gibt es weitere Informationen zum Thema und wie man konkret Lisas Waisenhaus unterstützen kann.

CHRISTIAN RUTSATZ

 

Weitere Rostocker Charity-Aktivitäten in unserem Magazin.


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