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DER UNTERGANG ALS ANFANG

DER UNTERGANG ALS ANFANG

Jan 12

Ende dieses Monats jährt sich eine der größten Schiffskatastrophen zum 67. Mal – der Untergang der "Wilhelm Gustloff". Gehört hat diesen Namen bestimmt jeder schon einmal und dass die Geschehnisse, die sich um diesen Namen ranken, nicht vergnügungssteuerpflichtig waren, ist auch den allermeisten klar. Doch um etwas Licht ins Halbdunkelwissen zu bringen, hier erstmal ein Abriss der Geschichte dieser Geschichte.

Bei der "Wilhelm Gustloff" handelte es sich um ein im Auftrag der Deutschen Arbeitsfront von der Werft Blohm & Voss in Hamburg am 4. August 1936 auf Kiel gelegtes Kreuzfahrtschiff. Eigentlich sollte es den Namen "Adolf Hitler" bekommen, aber der wollte nicht riskieren, dass ein Schiff mit seinem Namen unterging. Deshalb ordnete er an, es nach dem Nationalsozialisten  Wilhelm Gustloff (1895 – 1936) zu benennen.
Die Fertigstellung des 209 Meter langen und 25 Meter breiten Dampfers erfolgte am 15. März 1938, und acht Tage später lief die "Wilhelm Gustloff" zur Jungfernfahrt aus.
Der für 417 Besatzungsmitglieder und 1.463 Passagiere ausgelegte Dampfer gehörte der Deutschen Arbeitsfront, wurde aber von der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrtsgesellschaft bereedert. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs diente die "Wilhelm Gustloff" als Kreuzfahrtschiff für "Kraft durch Freude" (KdF), eine Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront.
1939 kehrten die Soldaten der Legion "Condor" auf der "Wilhelm Gustloff" aus Spanien zurück.
Am 22. September 1939 – drei Wochen nach Kriegsbeginn – übergab die Deutsche Arbeitsfront die "Wilhelm Gustloff" der Kriegsmarine als Lazarettschiff und Verwundeten-Transporter. Ab dem 20. November 1940 benutzte die im Kriegshafen von Gdingen  (Gdynia) an der Danziger Bucht stationierte 2. U-Boot-Lehrdivision die "Wilhelm Gustloff" als Wohnschiff.
Als der von den Nazis begonnene Krieg nach Deutschland zurückkehrte, wurden durch den Vormarsch der Roten Armee viele Deutsche in Ostpreußen eingekesselt. Deren Evakuierung erwies sich als nahezu unmöglich. Im Rahmen des Unternehmens "Hannibal" sollten zweieinhalb Millionen Menschen – nicht nur Zivilisten, sondern auch Soldaten – ins Kernland des Deutschen Reiches gebracht werden.
Die "Wilhelm Gustloff" lief am 30. Januar 1945 mit schätzungsweise zehntausend Menschen an Bord von Gdingen aus. Die Temperatur betrug -18 Grad. Einige Stunden später wurde der überladene Dampfer von dem sowjetischen U-Boot S-13 auf der Höhe von Stolpmünde vor der pommerschen Küste gesichtet. Der 32jährige Kommandant Alexander  Marinesko ließ vier Torpedos auf das feindliche Schiff abfeuern. Drei Treffer rissen die "Wilhelm Gustloff" auf, und der Dampfer sank innerhalb von etwas mehr als einer Stunde. In dieser Zeit konnten nur 1252 Schiffbrüchige gerettet werden. Um die 9000 Menschen – unter ihnen viele Frauen und Kinder – kamen ums Leben. (Quelle: WWW)
Dieses Ereignis – die wahrscheinlich größte Schiffskatastrophe der Geschichte – versinnbildlicht die humanitäre Katastrophe, in die die Flucht vor der nahenden Roten Armee ausartete. Die Deutschen hatten von den sowjetischen Truppen nichts Gutes zu erwarten, angesichts des Leides, die der Überfall der Nazis über deren Heimat gebracht hatte.
Die Zahl der Opfer beim Untergang der "Gustloff" ist erschütternd und doch darf nicht vergessen werden, dass 1252 Menschen gerettet werden konnten.
Wir trafen einen Zeitzeugen dieses Unglücks.
Peter Weise gilt als letzter Überlebender der "Gustloff"-Katastrophe. Er wurde am 31. Januar 1945 von einem Rostocker Matrosen vor den eiskalten Fluten der Ostsee gerettet.
"Natürlich habe ich keine eigenen Erinnerungen an die Situation damals. Schließlich war ich etwa 10 bis 12 Monate alt, als mir ein zweites Mal das Leben geschenkt wurde," erklärt Peter Weise, "Alles was ich über den Untergang und meine Rettung weiß, habe ich von meinem Ziehvater erfahren. Dieser gehörte zur Besatzung eines Bootes, das nach Überlebenden suchen sollte. Doch diese Suche war bei einer Temperatur von minus 18°Celsius natürlich nahezu hoffnungslos. So war es glückliche Fügung, dass einer der Männer, die mit meinem Vater unterwegs waren, noch einmal in das Boot sprang, in dem ich zwischen Ertrunkenen und Erfrorenen lag. Der Seemann griff nach einem leblosen Bündel und reichte es dem Mann, der dann mein Vater wurde. Als nämlich die vielen Decken auseinander gewickelt waren, kam mein fast steif gefrorener Körper zum Vorschein."
Peter Weise muss einen Schutzengel gehabt haben und dieser hatte sicher alle Hände voll zu tun. Mehr als sieben Stunden nach dem Untergang, bei solch mörderischen Temperaturen ein Baby lebend zu bergen, überstieg die Grenzen zum Wunder. Auch ein Mediziner war ob der Zähigkeit des Kleinstkindes überrascht.
In seinem Buch "Hürdenlauf" beschreibt Peter Weise, wie der Säugling an Bord aufgenommen wurde. "Alle guten Instinkte väterlich-männlichen Ehrgefühls waren mobilisiert. Warme Decken, eine Kampferspritze und eine Tasse mit heißer Milch, die mit unendlicher Geduld, zuerst tropfenweise, dann Schluck für Schluck eingeflößt wurde, brachten dem Jungen seine Lebensgeister zurück.
Selbst zu Tode erschöpft, überkam die Männer an Bord des in stürmischer See stampfenden Schiffes das stolze Gefühle des Sieges über ihren schlimmsten Feind – den nassen Tod. In sauberen, angewärmten Männerunterhosen und in ein viel zu großes Hemd, an Armen und Beinen mit der Schere passend geschnitten, in warme Decken gewickelt, legten sie ihn in eine frei gemachte Koje.
Der Arzt schüttelte anerkennend den Kopf, sein Stethoskop gab ihm letzte Gewissheit, der Junge hat´s geschafft!...Obermaat W., sein guter Stern in dieser Unglücksnacht, wusste um Chaos, das zu Kriegsende in den Flüchtlingstrecks herrschte. Ein namenloses, schwächliches Waisenkind abzugeben, wem, wie, wohin, wo jeder mit sich selbst und seinem ungewissen Schicksal zu tun hatte, wäre unmenschlich. "Ich werde ihn behalten und mitnehmen, falls wir hier heil rauskommen", stand sein Entschluss fest. Allerlei rechtliche und behördliche Bedenken wurden mit Hilfe des Kommandanten beiseite geschoben. Er hatte den Jungen ins Herz geschlossen.
Etwas fehlte jedoch. Ein Name. Irgendwie kam man auf  "Felix". Das sei treffend, meinte der Stabsarzt, denn das hieße der Glückliche.
Ein gutes Omen?
Nein, er soll Peter heißen, wie der Fels in der Brandung."
Und so geschah es dann auch. Der kleine Peter, lief mit seinen Rettern in Swinemünde ein, wo er einer Krankenschwester zur Übergabe an Obermaat Weises Frau in Rostock anvertraut wurde.
So gelangte der letzte Überlebende der "Wilhelm Gustloff" nach Rostock, wo er wohlbehütet von seinen Adoptiveltern in Gehlsdorf aufwuchs.
Der junge Peter Weise hatte bis zu dem Zeitpunkt, ab dem er sich bewusst an seine Kindheit erinnern kann, schon mehr Abenteuer er (über)erlebt, als notwendig. Und doch zog es ihn später wieder hinaus auf See.

0381-Magazin: Herr Weise, trotz der großen Gefahren, denen Sie in frühester Jugend ausgesetzt waren, wurden Sie später Seemann. Wie konnte denn das passieren?
: Wissen Sie, ich wuchs in Gehlsdorf auf, mit Blick auf den Stadthafen, wo man jeden Tag Schiffe beobachten konnte, die die ganze Welt bereisten. Da entsteht doch bei jedem Fernweh. Und dass die See mein Element wurde, lag wohl auch an den Segeltörns auf der Warnow, die ich schon im Kindesalter machte. So war schon früh klar, welchen Berufsweg ich einschlagen würde.

0381-Magazin: Wussten denn damals viele Menschen in Ihrer Umgebung von Ihrem Schicksal?
Weise: Nun, es war ja der Kalter Krieg damals. Meine Geschichte wurde in westlichen Medien publik. Besonders durch die Zeitschrft QUICK wurde eine Schlammschlacht angezettelt. Dort berichteten angebliche Verwandte von mir, dass ich ihnen vorenthalten würde. In der DDR wurde das Thema weniger aufgebauscht. Das lag wohl auch daran, dass die "Gustloff" von der Sowjetarrmee versenkt wurde.

0381-Magazin: Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Weise: Nach Beendigung der Schulzeit in der Großen Stadtschule, begann ich 1960 eine Ausbildung zum Vollmatrosen der Handelsmarine der DDR. Eine harte Zeit war das. Als Lehrling ist man an Bord weniger als nichts. Doch dieser Beruf entschädigt natürlich auch. Ich bin schon als junger Mann bis nach Ostasien gekommen. Das sind Gegenden, von denen die meisten DDR-Bürger nicht einmal zu träumen wagten. 1968 erwarb ich dann mein Kapitänspatent  und fuhr unter anderem auf der "Völkerfreundschaft" und war dann von 1974 bis 1982 Kapitän auf großer Fahrt.

0381-Magazin: 1982 waren Sie 38 Jahre alt. Ein ungewöhnliches Alter um seinen Traumberuf an den Nagel zu hängen. Was war passiert?
Weise: Nun, wer nicht die Augen vor der Realität verschloss, konnte schon damals erkennen, dass die DDR-Ökonomie nicht auf dem richtigen Weg war. Ich habe mit meiner Meinung zum Wirtschaftssystem nie hinterm Berg gehalten. Das führte dann zu meinem Ausscheiden aus der DDR-Flotte. Ich habe später natürlich in meine Stasi-Akte Einblick bekommen: bis zu 10 IM (Informelle Mitarbeiter) umgaben mich zwischenzeitlich. Ich wurde dann vor eine Kommission zitiert und einer Art Verhör unterzogen. Der Verlauf des "Gesprächs" war schon an der Art und Weise, wie ich angesprochen wurde, zu erkennen. Zu Beginn hieß es noch "Genosse" und "Du", am Ende sagte man nur noch "Weise".

0381-Magazin: Normalerweise waren Karrieren nach solchen Gesprächen beendet. Aber Sie hatten ja noch recht lange bis zur Rente. Wie ging es weiter für Sie?
Weise: Ich begann dann 1982 im Seehafen zu arbeiten und studierte Seeverkehrswirtschaft an der Rostocker Uni. Pünktlich mit dem Ende der DDR schloss ich dieses ab und wurde noch von der Seereederei rehablitiert. Doch eine Rückkehr auf See kam für mich nicht infrage. Ich wusste, wie sehr sich die Handelsschifffahrt verändert hatte. Außerdem hatte ich nun einen Job, der mich überaus reizte. Seit 1990 war ich Vorstand der Seehafen Rostock AG/GmbH, Marketing Manager und Pressesprecher der Seehafen Umschlaggesellschaft. Außerdem war ich noch drei Jahre Präsident der Baltic Ports Organization.

0381-Magazin: Das nennt man ein bewegtes Leben. Kein Wunder, dass Sie dies zu Papier bringen wollten ...
Weise: Mein eigenes Leben und seine vier großen Abschnitte verarbeite ich eigentlich mit  meinem Buch "Hürdenlauf", zu dem mich Günter Grass motivierte, der Teile meines Lebens in seinem "Krebsgang" verwandte. Derzeit arbeite ich an meinem zweiten Kinderbuch, bei dem es sicher auch wieder um Tiergeschichten gehen wird.

CHRISTIAN RUTSATZ, FRANK SCHOLLENBERGER


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