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IM DAUEREINSATZ AN HEILIGABEND

IM DAUEREINSATZ AN HEILIGABEND

Dez 12

Weihnachten steht vor der Tür und in dieser Zeit hält der Wunsch nach Besinnlichkeit Einzug in die Seelen der Menschen. Die meisten jedoch werden in der Weihnachtszeit auch von Stress befallen. Alles mögliche muss besorgt, vorbereitet und erledigt werden. Erst am 24. Dezember um 14 Uhr, wenn wirklich alle Geschäfte geschlossen haben, beginnen die erholsamen Tage. Zumindest für die allermeisten von uns.

Für andere bedeutet die Weihnachtszeit jedoch Arbeitszeit. Natürlich denken wir auch an die Belegschaften von Krankenhäusern, Energieversorgern und Verkehrsunternehmen, doch an dieser Stelle geht es um Seelsorger. Genauer gesagt um jenen des Stadtteils, in dem unser Magazin beheimatet ist. Die KTV gehört zur Heiligen-Geist-Gemeinde. Von den knapp 20.000 Einwohnern dieses Viertels sind mehr als 2.000 Mitglieder dieser Gemeinde.
Die Heiligen-Geist-Kirche – so nämlich heißt der Backsteinbau, der von Otto-, Kirchen-, Margareten- und Niklotstraße eingekreist wird – wird zur Weihnachtszeit wieder zahlreiche Gläubige, aber auch weniger religiös, als weihnachtlich gestimmte Menschen anziehen.
Die Andachten werden dann von Marcus Antonioli gehalten werden. Der 42jährige feiert in diesem Jahr das zweite Weihnachtsfest mit seiner Gemeinde, die ihn im vergangenen Jahr zum Gemeindepfarrer wählte. Für Antonioli ist die KTV seine zweite Station in Rostock.
Begonnen hat jedoch alles in Hagenow, wo Marcus Antonioli 1970 zur Welt kam. "Väterlicherseits stammt meine Familie aus Italien, genauer aus Venetien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam mein Ur-Großvater nach Deutschland und ließ sich als Terrazzo-Baumeister nieder," erklärt Antonioli die Herkunft seines nicht mal bedingt mecklenburgisch klingenden Namens.
Das Thema Kirche war in seiner Familie von jeher aktuell. Zwar wurde er katholisch getauft und war auch Messdiener, doch als Teenager fühlte sich Marcus Antonioli immer stärker von der evangelischen Kirche angezogen. "Ich habe hier gefunden, wie ich für mich das Christentum empfunden habe. Dazu gehörte natürlich auch, dass in der evangelischen Kirche in Hagenow das Leben pulsierte. DDR-kritische Menschen fanden hier ebenso einen Raum für Treffen, wie Umweltaktivisten. Mir imponierte besonders, dass ich, obwohl eigentlich Katholik, sofort in das Gemeindeleben integriert wurde." Dies führte dazu, dass Antonioli nach dem Abitur nach Leipzig ging, um dort evangelische Theologie zu studieren. Und zwar zu einer Zeit, als es dort politisch zu brodeln begann und das Lauffeuer des friedlichen Umbruchs entzündet wurde. "Die Kirche war in der DDR ein Freiraum und die Revolution war für mich wie Weihnachten und Ostern. Die Wende brachte natürlich auch für mich viele Veränderungen mit, sodass ich lange überlegte, welche der neuen Möglichkeiten ich ergreifen möchte. Im Rahmen eines einjährigen Gemeindepraktikums wurde mir dann klar, dass ich den eingeschlagenen Weg weiter gehen wollte."
Während seines Studiums bot sich Antonioli dann die Chance, für ein Jahr ein ökumenisches College im indischen Bangalore zu besuchen. Am diesem College in der südindischen Metropole lernte der deutsche Student mit italienischen Vorfahren seine heutige Frau kennen. Diese stammt aus dem christlich geprägten und liberalen Osten Indiens, so dass keine religiösen Grenzen das Glück des Paares gefährdeten. "Diese Zeit und natürlich auch das Kennenlernen meiner Frau waren natürlich ganz besondere Erfahrungen, die meine Sicht auf das Leben und die Welt geweitet haben."
Nach seiner Rückkehr nach Leipzig, beendete Antonioli sein Studium, wobei er betont, dass ihm  beim Pauken der Pflichtsprachen Griechisch, Latein und Hebräisch, sein in der DDR erworbenes Lernverhalten gerettet hat.
Im Anschluss an das Studium wurde der frisch gebackene Theologe Vikar in Doberan, wo er sich besonders der Jugendarbeit widmete. Doch darauf folgte der Realitätsschock: Antonioli erhielt seine erste eigene Pfarre in Altkalen. "Die Jahre dort waren echte Kernerarbeit. Ich erlernte dort, wie man alleinverantwortlich eine Gemeinde managt. Dies war natürlich sehr lehrreich für mich. Für meine Frau war diese Zeit allerdings sehr hart, da sie dort plötzlich die erste und einzige war, die nicht von "hier" kam."
Nach drei Jahren im tiefen Mecklenburg zog das junge Ehepaar dann nach Rostock, wo Marcus Antonioli Pfarrer des Gemeindezentrums  BRÜCKE in Schmarl und Groß Klein wurde. Trotz der großen Probleme, mit denen viele Menschen in diesem Stadtteil zurechtkommen müssen, erinnert sich Antonioli gerne an seine Zeit dort. "Wir haben dort viel bewegen können, da es sich um eine sehr lebendige Gemeinde handelt, die von der Mitarbeit vieler toller Menschen profitiert. So konnten wir Spielplätze und eine Bibliothek bauen. All diese Dinge wären allerdings unmöglich gewesen, wenn wir nicht durch EU-Fördermittel unterstützt worden wären. Umso nachdenklicher stimmt mich, dass das Projekt Europa aufgrund finanzieller Aspekte von so manchem Politiker, aber auch Bürger in Frage gestellt wird."
Nach neun Jahren in Rostocks Nordwesten wollte sich Pfarrer Antonioli verändern und bewarb sich erfolgreich um die freigewordene Stelle in der Heiligen-Geist-Gemeinde. Sein Vorgänger war aus dem Amt geschieden, um Militärseelsorger am Standort Laage zu werden. Für Antonioli bedeutete seine neue Pfarre auch eine Herausforderung: "Mich reizte diese Stelle, weil es sich hier um die jüngste Gemeinde des Landes handelt. Viele Gemeindeglieder sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, da   die KTV bei Studenten sehr beliebt ist. Dies führt dazu, dass ich bei manchen Gottesdienst der Älteste in der Kirche bin. Ein sehr angenehmer Aspekt ist natürlich, dass ich mehr Trauungen als Beerdigungen durchführen darf."
Das jüngere Umfeld der Kirche bewegt Pfarrer Antonioli, seine Mitarbeiter und den Gemeinderat, mit neuen Angeboten mehr Menschen für die Themen Kirche und Religion zu interessieren.
Die Weihnachtszeit ist für Marcus Antonioli, aber natürlich auch seine Kollegen in den anderen Gemeinden, sehr arbeitsintensiv.
Zahlreiche Veranstaltungen finden im Dezember in der Heiligen-Geist-Kirche statt, von denen Marcus Antonioli das Konzert der Heiligen-Geist-Kantorei besonders am Herzen liegt.
Der Heilige Abend ist dann aber Großkampftag, obwohl der überzeugte Pazifist dies natürlich nie so formulieren würde. Vielmehr freut er sich darauf, den Menschen die Pforten seiner Kirche viermal öffnen zu können.
Den Auftakt macht um 14 Uhr der Familien-Gottesdienst mit einem Kinder-Musical.
Um 16 Uhr freut sich Marcus Antonioli auf ein zeitgemäßes Krippenspiel der Jungen Gemeinde, bevor er um 17:30 Uhr und 23 Uhr zur Christvesper lädt.
Wir hoffen, dass Pfarrer Antonioli zwischendurch auch noch genug Zeit findet, um mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ins Weihnachtsfest zu starten.

Weitere Informationen: www.heiligen-geist.de

CHRISTIAN RUTSATZ


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