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Dr. Anthony Alozie – Nachwuchshalbgott in weiß

Dr. Anthony Alozie – Nachwuchshalbgott in weiß

Jan 13

Zu den obligatorischen Neujahrswünschen gehört natürlich auch derjenige der Gesundheit. Die kann jeder gebrauchen und dementsprechend wünscht man sich diese gegenseitig. Und wenn es mal nicht so ganz hinhaut mit der Gesundheit, dann geht man zum Arzt oder ins Krankenhaus. Denn da wird einem ja geholfen. Und kostet ja neuerdings auch keinen Eintritt mehr.

Nun strebt natürlich keiner wegen gesparter Praxisgebühr nach einem Krankenhausaufenthalt. Aber manchmal kann man es sich eben nicht aussuchen. Wer es am Herzen hat, der könnte in der Herzchirurgie der Rostocker Universitätsklinik Dr. Anthony Alozie begegnen. Und weil wir natürlich keinem unserer Leser wünschen, dass er es beruflich mit Dr. Alozie zu tun bekommt, möchten wir den gebürtigen Nigerianer an dieser Stelle portraitieren.
Zu Zeiten der DDR war es gang und gäbe, dass farbige Studenten aus befreundeten sozialistischen Ländern wie Kuba, Mozambique und Angola in den Rostocker Krankenhäusern tätig waren. Doch deren Anzahl hat sich nach der Wende erheblich verringert, so dass Dr. Alozie schon auffällt, wenn er über die gläsernen Flure des hochmodernen Neubaus in der Schillingallee eilt.
Anthony Alozie ist seit einiger Zeit in seiner Facharzt-Ausbildung, die er in den nächsten Jahren abschließen möchte. Und dabei befindet er sich laut Chefarzt Professor Gustav Steinhoff auf einem sehr vielversprechenden Weg.
Doch dieser Weg war natürlich kein gewöhnlicher, aber dafür ein weiter. Geboren wurde Dr. Alozie im April 1978 in der Nähe von Owerri im Südosten von Nigeria. "Wir gehören zur wachsenden Mittelschicht in Nigeria", ordnet Dr. Alozie die Verhältnisse seiner Familie in der Heimat ein, "mein Vater war Lehrer und meine Mutter als Krankenschwester tätig." Sie ist der Grund, warum der kleine Anthony schon relativ früh wusste, dass er mal als Mediziner arbeiten will. "Meine beiden Geschwister und ich haben unsere Mutter so oft wie möglich nach der Schule von der Arbeit abgeholt. Dabei habe ich früh mitbekommen, wie wichtig und verantwortungsvoll die Tätigkeit meiner Mutter dort war, die ihr darüberhinaus auch hohes Ansehen einbrachte."
So war der Berufswunsch relativ früh klar und wurde naturgemäß einhellig begrüßt. Nun gut, es gibt wohl überall auf der Welt nur sehr wenige Eltern, die den Plänen ihres Nachwuchses, Arzt zu werden, skeptisch oder ablehnend begegnen. Übrigens strebten auch Anthonys Geschwister nach akademischen Würden, doch während sein Bruder vor Kurzem sein Informatik-Studium in Budapest beendete, kam seiner Schwester vorerst eine Ehe dazwischen.
Nach dem Abitur beantragte Alozie ein Studentenvisum. Die Bearbeitung dessen dauerte ein gutes Jahr. Zeit, die der angehende Student sinnvoll nutzte, in dem er studienvorbereitende Prüfungen absolvierte. Naheliegenderweise wollte er in einem englischsprachigen Land studieren und so kam Alozie zunächst nach Irland, wo er natürlich erst einmal einen kleinen Kulturschock erlitt, der allerdings auch nicht zu schwer ausfiel.
"Dadurch, dass ich im Studentenwohnheim unterkam, fiel die Eingewöhnung eigentlich sogar ziemlich leicht. Mal abgesehen davon, dass ich aus Nigeria nach Irland kam. Allerdings wurde mir schnell klar, dass ich nicht dauerhaft in Irland bleiben will. Die unglaublich hohen Studiengebühren konnte ich mir schlicht nicht leisten, also ging ich nach Deutschland." Genauer nach Iserlohn, wo Alozie am dortigen Goethe-Institut ein Sprach-Kolleg absolvierte. Und parallel dazu auch gleich ein medizinisches Studien-Kolleg, um so schnell wie möglich so viel wie möglich Fachtermini zu erlernen. Sprachlich war Anthony Alozie also hervorragend vorbereitet, als er dann endlich in Münster sein Medizinstudium aufnahm. "Münster war toll und entspricht tatsächlich dem Klischee der idealen Studentenstadt. Ich hatte dort viel Spaß, ohne dass das Studium darunter gelitten hätte."
Anschließend absolvierte Alozie sein PJ (Praktisches Jahr) in Dortmund, wo er zwar noch kein Geld verdiente, aber schnell viele Freunde gewann. Die wiederum reichlich erstaunt waren, als der junge Doc ihnen eröffnete, dass er seine Facharzt-Ausbildung in Rostock aufnehmen wolle. "Doch ich hatte keine Angst vor Rostock, obwohl mir einige Freunde abrieten, hierher zu gehen. Aber ich hatte nie einen Grund, meine Entscheidung zu bereuen."
Diese fiel übrigens gegen das renommierte Herzzentrum an der Uni in Erlangen. "Ich bin zunächst zur Hospitation hierher gekommen und gewann schnell einen sehr guten Eindruck von der Klinik und der Stadt, die super zwischen Berlin und Hamburg und an der Ostsee liegt und mich sehr schnell für sich einnahm." So entschied sich Doktor Alozie also für Rostock, wo ihm die Eingewöhnung nicht schwer fiel.
Schon gegen Ende des Studiums hatte Anthony Alozie beschlossen, sich in Richtung Kardiologie zu spezialisieren. Und dies aus zweierlei Gründen: "Zunächst wollte ich in eine Fachrichtung, in der ich mein physiologisches Wissen aus dem Studium praktisch anwenden kann und handwerklich arbeiten kann. Ich hatte deshalb schon in Münster in diesen Bereich reingeschnuppert." Der andere Grund hat mit Alozies Heimat zu tun.
Der berühmte nigerianische Fußballer Nwanku Kanu erhielt in einer sehr frühen Phase seiner beginnenden Karriere die Nachricht, dass er an einer Herzkrankheit leiden würde, die seinen Tod verursachen könne. Nun, Kanu konnte natürlich geholfen werden und er wurde Olympiasieger und ein Weltstar in Sachen Fußball. Doch Kanu vergaß weder seine Herkunft, noch die gesundheitlich Hypothek, die er nur dank seines Talentes loswurde. Günstige Umstände, wie sich nicht viele Nigerianer vorfinden. "Ohne den Fußball hätte Kanu einer der vielen namenlosen Herztoten in Nigeria sein können.
Um es mal zu verdeutlichen: in Deutschland gibt es mehr als 80 Herzzentren mit hervorragend ausgebildetem Personal. In Nigeria, einem Land mit etwa doppelt sovielen Einwohnern, gibt es maximal fünf solcher Zentren. Natürlich handelt es sich um eine teure Medizin. Doch die Finanzen sind für Veränderungen nicht unbedingt entscheidend, wie die Erfolge der Stiftung Nwanku Kanus zeigen. Diese hat schon viele Leben gerettet, doch die helfenden Operationen werden zur Zeit noch überwiegend in Indien und Israel durchgeführt."
Dass sich dies ändert, ist eine der großen Hoffnungen, die (nicht nur) Anthony Alozie in den Demokratisierungsprozess und die Zivilregierung setzt. "Nigeria ist ein Land mit vielen Problemen, ethnischen Konflikten, Umweltkatastrophen und Korruption. Und doch gibt es Grund zur Hoffnung, auch wenn es den Menschen zu langsam geht. Ich informiere mich täglich und werde bestimmt auch irgendwann nach Nigeria zurückkehren." Doch vorher will Dr. Alozie seine Facharzt-Ausbildung abschließen und viele Erfahrungen sammeln.
Privat hat Anthony Alozie, der in der KTV wohnt, sein Glück in Rostock gefunden: Seine Lebensgefährtin, die aus Thüringen stammt und Operngesang studiert, erwartet in den nächsten Wochen ihr erstes Kind. Durchwachte Nächte gibt es dann nicht nur im Krankenhaus, sondern auch zu Hause.

CHRISTIAN RUTSATZ


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