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Sind Rostocks Studenten zu blöd für Kultur?

Sind Rostocks Studenten zu blöd für Kultur?

Jun 13

Was bewegt die Studierenden in ihrer Freizeit? Sind sie eher Kulturbanausen und Partygänger oder gibt es gerade in der kulturellen Szene Rostocks noch Hoffnung aufgrund der Partizipation der künftigen Elite? Die kürzlich durchgeführte "Kulturumfrage" des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA) gibt auf diese Fragen interessante Antworten.

Die Idee für diese Umfrage ging vom Kulturreferat des AStA, in Person von Robert Giessmann, aus: "Wenn man alle Studierenden vertreten soll, muss man auch wissen, was sie wollen. Und auch von den Kulturinstitutionen kamen des Öfteren Nachfragen zum Kulturkonsum der Studierenden", erklärt Robert.
Es ist die erste große Bestandsaufnahme innerhalb der Rostocker Studierendenschaft. Von den 15.000 Studierenden der Hansestadt haben sich immerhin knapp 2.200 junge Menschen beteiligt, auch in puncto Fakultätsverteilung wurde damit ein repräsentatives Ergebnis erzielt. Wie ist es also bestellt um den viel diskutierten Kulturstandort? Gibt es überraschende Ergebnisse?
Das Fazit ist ernüchternd. Was auffällt, ist die scheinbar geringe Nutzung der verschiedenen Angebote in kulturellen Einrichtungen. Keine Kulturinstitution in der Stadt (sofern sie denn gelistet ist) kann sich über große Erfolge freuen, in Sachen Teilnahme tendiert der Durchschnittswert der Umfrage zu "eher nicht". Anders sieht es schon beim Interesse aus, dieses ist gegenüber der tatsächlichen Partizipation deutlich höher: Kino, Musik, Theater und Literatur genießen offenbar einen hohen Stellenwert. Fragt sich nur, wo sich die Barriere zwischen einfachem Interesse und tatsächlicher Teilnahmen befindet.
Doch auch das haben die Umfragendesigner mittels vorgegebener Antwortmöglichkeiten abgefragt. Die größte Barriere ist demzufolge der Eintrittspreis des jeweiligen Angebots (61,6 Prozent). Weitere Gründe der Studierenden sind unter anderem "Terminüberschneidungen" und "Termin war nicht bekannt" (jeweils 57 Prozent).
An dieser Stelle muss man sich doch schon arg wundern. Bei gefühlten 100 Stadtmagazinen und ebenso vielen Online-Portalen winkt die Ironie des Schicksals: Mein Name ist Hase, ich weiß von nix – immer gut als Ausrede. Doch will man es den Studierenden verübeln, dass sie so selten ausgehen und Kultur genießen?
Laut einer Erhebung des Hochschul-Informations-Systems (HIS), die vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Auftrag gegeben wurde, geben 68 Prozent der Bachelor-Studenten an, durch das Studium besonders gefordert zu sein. Beachtliche 41 Prozent der Befragten empfinden ihre finanzielle Situation sowie die daraus resultierenden Anforderungen im Nebenjob als besonders belastend.
Das deckt sich mit der These des Kulturreferenten Robert: "Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Kultur für die Studierenden nicht mehr mit Entspannung gleichzusetzen ist." Also lieber Glotze an, Hirn aus? Denken ist schließlich der daily struggle.
Aber vielleicht sind es auch hausgemachte Probleme. Seit einigen Jahren haben nämlich Stadtmagazine keinen Zugang mehr zur Universität. Seit die Universität beschlossen hat, ihre Schwarzen Bretter zu monetarisieren, gibt es für die Informationsübermittlung innerhalb der Uni feste Preise. In den Fakultäten einen Monat lang Flyer auszulegen kostet laut Mediadaten der zuständigen Agentur novus Marketing immerhin 102 Euro – gerade für kleinere Projekte ein Hemmnis.
Robert sieht hier allerdings nicht das wirkliche Problem: "Flyerlegen bringt meiner Erfahrung nach echt wenig. Es wird auch immer schwerer, gute Werbung, zum Beispiel für Veranstaltungen, zu machen. Durch die Privatisierung hat sich ja an diesem Problem nichts geändert. Offensichtlich sind die Studierenden in Hinblick auf die Informationsbeschaffung fauler geworden, vielleicht gibt es auch zu wenig umfassende Angebote. Zumindest scheint es hier eine gewisse Skepsis zu geben, dass die Informationen, welche zur Verfügung stehen, umfassend sind".
Und nun? Welche Handlungsempfehlungen geben die Verfasser der Umfrage? Diese nennen als Möglichkeit die Erstellung eines Informationsportals, das endlich alle Termine beinhalten sollte. Nunja. Oder die Errichtung eines Kulturcafés als zentrale Anlaufstelle für alle Kreativen und Interessierten. Doch vielleicht offenbaren sich in den Ergebnissen auch neumodische Ansätze. "Mein Fazit ist, dass, wenn sich jemand für Kultur interessiert, er sich für alle Sparten interessiert. Es ist somit fast egal, wofür man offen ist", sagt Robert und erklärt weiter: "Man muss vielleicht in dieser Peer-Group-Kategorie denken – keiner will allein ausgehen. Es könnte somit helfen dem Peer-Group-Leader eine Freikarte zu sponsoren und der zieht dann alle mit. Sobald jemand aus deiner Gruppe irgendwohin geht, wird auch das Preisargument schwächer."
Es ist somit vielleicht nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Clubs, Kulturinstitutionen oder Veranstalter die einzelnen Leader of the Gang herauspicken und sie in der Hoffnung auf Anhang gezielt locken. Klingt nach einem ganz neuen, spannenden Ansatz für zielgruppenrelevante Werbung.

PAUL FLEISCHER

 

Hier geht's zu den Ergebnissen der Umfrage: www.asta.uni-rostock.de/kultur/kulturumfrage/


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