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STEPHAN JANTZEN – WARNEMÜNDES GRÖßTER SOHN

STEPHAN JANTZEN – WARNEMÜNDES GRÖßTER SOHN

Jul 13

"Bang'n wir hei nich, Gefohr kennte hei gor nich, un hei wir ok gaud."

Derjenige, dem diese schlichten, aber prägnanten Worte auf einer Gedenktafel an seinem Wohnhaus am Leuchtturm gewidmet sind, hat seine Zeitgenossen, aber auch die Nachwelt durch seinen Mut, seine Entschlossenheit und Tatkraft so tiefgreifend beeindruckt, dass seinem Handeln bis heute voller Hochachtung gedacht wird. Die Rede ist natürlich von Stephan Jantzen, der am 19. Juli vor  einem Jahrhundert im Alter von 86 Jahren starb. An diesem Tag vollendete sich ein Leben, dass am 20. Juli 1827 im damals noch reichlich verschlafenen Warnemünde begann. Aus seiner Jugend und Kindheit wissen wir nicht viel, außer dass ihm die Seefahrt und das Lotsenwesen ein wenig in die Wiege gelegt war. Was wiederum im Warnemünde nicht ungewöhnlich war, schließlich arbeitete damals die Mehrheit der männlichen Bevölkerung als Fischer oder Seeleute.
"Vadder" Jantzen war als Lotsenbote tätig. In diesem Job war er Mittler zwischen dem Kommandeur und dem diensthabenden Lotsen.
Aus Stephan Jantzens Jugend ist nicht viel bekannt. Fest steht nur, dass er getauft wurde, zur Volksschule ging – den preußischen Bildungsreformen sei Dank – und dass er konfirmiert wurde. Unmittelbar nach seiner Konfirmation war seine Kindheit beendet und der sogenannte Ernst des Lebens begann. Und dieser Ernst war sicher kein Spaß! Mit gerade mal 14 Jahren heuerte Stephan Jantzen im Frühjahr 1841 als Schiffsjunge – also allerunterste Charge – auf einer Rostocker Galeasse mit dem großen Namen "Argo" (für diejenigen, die die Argonauten nicht kennen, eine Recherche diesbezüglich lohnt sich!) an.
Auf diesem Eineinhalbmaster und unter dem Rostocker Kapitän Nicolaus Fretwurst machte der "Warneminner Jung" recht schnell...nun ja...Karriere. In nur sechs Jahren Fahrenszeit stieg er über die Stationen Leicht- und Vollmatrose auf und wurde nach bestandener Prüfung mit nur 20 Jahren Steuermann auf großer Fahrt. In den folgenden sieben Jahren fuhr Jantzen dann als Erster Steuermann auf drei verschiedenen Rostocker Schiffen. Deren Namen sind leider verloren gegangen, doch wenn denn irgendwann in ferner Zukunft doch einmal ein tolles Schifffahrtsmuseum in Rostock eröffnet wird, findet bestimmt ein engagierter Forscher oder Enthusiast heraus, um welche Schiffe es sich handelte.
Schon in diesen Jahren erwarb sich Jantzen den Ruf der Unerschrockenheit und Kühnheit, wie die folgende Überlieferung zeigt: "In Bordeaux hatte sein Schiff den Zweiten Steuermann wergen schwerer Erkrankung an Land bringen müssen, so dass nur noch der Kapitän und der Erste Steuermann (Jantzen – die Red.) außer der Mannschaft verblieben. Auf der Fahrt nach New York erkrankte auch noch der Schiffer und zwar an den Schwarzen Pocken. Keiner der Matrosen wagte sich wegen der Ansteckungsgefahr in die Nähe des Leidenden. Jantzen aber übernahm sofort die Pflege trot des bis zur Meuterei gesteigerten Widerspruchs der Mannschaft, die verlangte, er solle sein Leben nicht unnötig aufs Spiel setzen, damit nicht noch das Schiff womöglich ganz ohne Leitung auf dem Ozean trieb. Jantzen aber hatte die Kraft, der Mannschaft zu widerstehen, wochenlang pflegte er den erkrankten Schiffer und brachte Schiff und Ladung wohlbehalten nach New York." (Barnewitz,1925)
Während eines wohlverdienten Heimaturlaubes m Jahr 1854 heiratete Jantzen die Warnemünderin Marie Susemihl, die 46 Jahre lang bis zu ihrem Tode im Jahr 1900 sein Eheweib blieb. 1856 erhielt er das Patent zum Schiffer auf großer Fahrt und wurde im gleichen Jahr Kapitän der Bark "Johannes Keppler". Dieses 38 Meter lange Schiff hatte Jantzen persönlich bei der Werft des Rostocker Schiffbaumeisters Heinrich Rickmann am Faulen Tor in Auftrag gegeben.
Jantzen war Minderheitseigner dieses Schiffes. Sein Seniorpartner war der Rostocker Kaufmann Ernst Brockelmann.
Mit der "Johannes Keppler" (deutscher Astronom, der in Prag Assistent des Kaiserlichen Hofmathematikers und ehemaligen Rostocker Studenten Tycho Brahe war) segelte Jantzen zwischen 1856 und 1866 zweimal die Welt. Auf den meisten dieser Fahrten begleitete ihn dabei seine Gattin und manchmal auch der ältere Sohn Magnus. Auf einer dieser Reisen gebar ihm Marie den zweiten Sohn. Dieser verdankte seinen Namen Varelius dem Umstand, dass das Schiff sich zu diesem Zeitpunkt unweit des Kap Varele befand. Dieser Sohn der Jantzens starb übrigens im Jahr 1892 als 1. Offizier an Bord des Kaiserlichen Kreuzers "Möwe" in der Nähe von Daressalam in "Deutsch" Südost.
Magnus, der erstgeborene Jantzen wurde später einer der ersten Kapitöne der Fährlinie Warnemünde – Gedser.
Doch zurück zum "Vadder". Während einer Atlantikquerung traf Jantzens "Keppler" im Juni 1863 auf die portugiesische Bark "Conceica" die sich vor Sable Island nach einer Kollision mit einem unbekannten Schiff in schwerer See und in Seenot befand. Unter schwierigsten Bedingungen gelang es Jantzen und seiner Besatzung, die Mannschaft des Havaristen zu bergen. Für die Rettung der 14 Seeleute wurde Jantzen mit dem "Jesus-Christus-Orden" des Königs von Portugal geehrt.
Als Jantzen im März des Jahres 1866 vom Rat der Stadt zum Lotsenkommandeur von Warnemünde gewählt worden war, verkaufte er die "Johannes Keppler" an Kapitän Carl Friedrich Fretwurst aus Dändorf. Die hohe Wertschätzung und das Vertrauen, das man Jantzen entgegenbrachte, spiegelte sich in der Tatsache wider, dass er bereits vor seinem 40. Lebensjahr zum Lotsenkommandeur ernannt wurde, ein gemeinhin unübliches Alter für diese Aufgabe.
In den folgenden 37 Jahren übte Stephan Jantzen das Amt mit großer Umsicht, viel Mut und einem enormen Innovationswillen aus.
Besondere Bekanntheit gewann Jantzen durch seinen heldenhaften persönlichen Einsatz als Führer des Rettungsmannschaft. Oft begab sich Jantzen in kritische Situationen, um havarierte Seeleute zu bergen.
Zwischen 1868 und 1900 rückte unzählige Male mit seinen Männern zur Seenotrettung aus. Auch während der großen Sturmflut 1872 zeichnete sich Jantzen aus. Insgesamt retteten die Warnemünder unter der Ägide Stephan Jantzens 73 Menschen aus höchster Gefahr. Hinzu kommen noch die erwähnten 14 Portugiesen aus dem Jahr 1863.
Für seinen Mut wurde Stephan Jantzen vielfach geehrt. So erhielt er u.a. den Preußischen Kronenorden, das Schwedische Gustav-Wasa-Kreuz und vom dänischen König die Goldene Medaille für Edeltat. Hinzu kamen die russische Rettungsmedaille und die große Goldene Medaille der DgzRS.
Des 100. Todestages des großen Lotsenkommandeurs gedenken die Hansestadt und zahlreiche Vereine mit den "Stephan-Jantzen-Tagen"  im Zeitraum vom 17. bis 21. Juli statt.

CHRISTIAN RUTSATZ


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