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Bühne

Helge Schneider – Unser Mann fürs Absurde

Helge Schneider – Unser Mann fürs Absurde

Aug 13

Helge Schneider spielt eine groß angelegte Sommertournee - die gleichzeitig seine Abschlusstournee sein soll (bevor er die nächste Tour vorbereitet). Damit will er sich bei allen Fans bedanken für über "240 Jahre Faszination Herrentorte". Alles klar? Schneiders Humor ist oft absurd und unverständlich, aber lachen muss man trotzdem. Das jedenfalls stellte unser Autor bei Schneiders Pressekonferenz im Berliner Admiralspalast fest. Olaf Neumann erfuhr von dem Musikclown, wie er einmal mit der Band Kraftwerk spielte, was von seinem Album "Sommer, Sonne, Kaktus" (VÖ: 9.8.) zu erwarten ist und warum in seinem neuen 00-Schneider-Krimi keine Schauspieler mitwirken.

 

0381-Magazin: Herr Schneider, Ihre diesjährige Tournee steht unter dem surreal anmutenden Motto "240 Jahre Faszination Herrentorte". Wie hat für Sie eigentlich alles angefangen?
Helge Schneider: Etwa mit 15 habe ich angefangen, Musik zu machen. Mitte der 1970er lernte ich in dem Kölner Jazzclub Salt Peanut den Bassisten Ira Coleman kennen. Seine Mutter war Schwedin, sein Vater Amerikaner. Wir spielten eine Jamsession und beschlossen, eine Band zu gründen. Aber dann ist Ira nach Amerika gegangen und hat dort Karriere gemacht.

0381-Magazin: Ira Coleman ist heute einer der begehrtesten Jazzbassisten. Er ist festes Mitglied der Band von Sting. Wie haben Sie einander wiedergefunden?
Schneider: Übers Internet. Ich habe ihm eine Email geschrieben. Anfang des letzten Jahres kam er dann rüber. Ira ist ganz froh, dass er einmal keine Welttournee spielen muss. Wir bewegen uns ja eher im regionalen Bereich. Ich glaube, er hat sich in die Arbeit mit uns richtig verliebt. Aber im Herbst geht Ira schon wieder mit Sting auf Tournee.

0381-Magazin: Spielt der Jazz bei dieser Tournee eine noch größere Rolle als sonst?
Schneider: Willy Ketzer und Ira Coleman spielen nicht nur Jazz, sondern alles Mögliche. Deshalb hat unsere Musik auch viele Einflüsse. Meine Lieder sind teilweise jazzig, weisen aber auch Elemente von Rock’n’Roll und Boogie Woogie auf. Ich habe jetzt einen Film gemacht. Dafür habe ich ganz unterschiedliche Musik aufgenommen: Reggae, Calypso, Blues, Flamenco.

0381-Magazin: Sie sagten mal, Sie wollten keine Studioplatten mehr aufnehmen, weil Jazz aus dem Moment lebe und nur live funktioniere. Nun haben Sie aber für den 9. August ein neues Album angekündigt: "Sommer, Sonne, Kaktus!"
Schneider: Zusätzlich zur Filmmusik habe ich Standards wie "You Don’t Know What Love Is", "Stardust", "Yesterday" oder "Loverman" aufgenommen – alles im Multiplayverfahren. Dabei habe ich im Alleingang nacheinander Saxofon, Gitarre, Kontrabass, Bongos und Rassel gespielt. Diesmal singe ich allerdings alles auf Englisch. Das neue Lied "To Be A Man" handelt von Kommissar 00 Schneider und seiner Welt. Es ist eine Männerwelt.

0381-Magazin: Ihre Klassiker wie "Guten Tach!" oder "Es gibt Reis, Baby" wurden in den Transatlantic Vanguard Studios in Mülheim aufgenommen. Existiert diese legendäre Tonschmiede noch?
Schneider: Ja, aber dieses Album habe ich in Spanien aufgenommen. Ich besitze dort ein Häuschen. Ein sehr ruhiger Ort, an dem ich gerne Musik mache. Es ist eine ganz andere Atmosphäre. Je nachdem, wo ich bin, fällt das Musikmachen immer anders aus. Der Flamenco-Einschlag hat mit der Gegend zu tun. In Spanien wohne ich zwischen Kakteen. Super!

0381-Magazin: In den 1970ern spielten Sie im Duo mit Charly Weiss, der einst bei Kraftwerk hinterm Schlagzeug saß.
Schneider: Zu der Zeit habe ich ihn auch kennengelernt - als er mit Kraftwerk im Jugendzentrum Papestraße in Essen spielte. Damals war die Band noch gar nicht bekannt. Auf den Plakaten war dasselbe Verkehrshütchen abgebildet, das später auch ihre erste Platte zierte. Aber da war Charly schon nicht mehr dabei.

0381-Magazin: Wie haben Sie damals Zugang zur Musikszene gekriegt?
Schneider: Mit 15 Jahren bin ich überall hingegangen und wollte mitspielen. Und die von Kraftwerk waren so nett, dass sie mich an diesem Abend in Essen auch gelassen haben. Ralf Hütter sagte zu mir: "Spiel ruhig, ich komme erst nachher". Und dann habe ich mit Charly Weiss zusammen gespielt – ich am Elektroklavier, er an den Drums - sozusagen als Vorgruppe von Kraftwerk. Irgendwann kamen Ralf Hütter und Florian Schneider zu uns auf die Bühne und spielten noch ein bisschen mit. Nach einer gewissen Zeit musste ich aber gehen.

0381-Magazin: Haben Sie später noch einmal mit Kraftwerk gespielt? Muss die Geschichte der Rockmusik jetzt umgeschrieben werden?
Schneider: Nein. Den Charly habe ich erst vier Jahre später wiedergetroffen. Dann haben wir aber sofort unser Orgel-Schlagzeugduo gegründet: El Snyder & Charly McWhite. Es ist sofort groß angekommen. Wir haben immer sehr lustige Ansagen gemacht. Einmal hatte Charly eine Tüte mit Knallfröschen und Chinaböllern in sein Schlagzeugsolo integriert. Später wollte er als Solokünstler mit Firedrums berühmt werden. Er wollte Benzin über die Becken schütten und es dann anzünden. Davon musste ich ihm aber abraten, weil das Benzin ja die Felle zerstört hätte, was ihm überhaupt nicht bewusst war. Damit war sein Traum zerstört.


0381-Magazin: In den 1970ern jammten Sie auch regelmäßig mit dem New Yorker Jazzpianisten George Maycock, der damals in Düsseldorf lebte. War er Ihr früher Mentor?
Schneider: Mentor würde ich ihn nicht nennen wollen. Aber als Jazzpianist war George für mich vorbildlich. Ab und zu durfte ich ihn vertreten. Er sagte einfach: "Komm, spiel du mal!" Das fand ich unheimlich gut. George Maycock hatte eine Band, die sich The Chick Men nannte. Es waren fünf Leute aus Panama: Er selbst, Wilton Gaynor, ein später berühmter Saxofonist, Boogie Sergeant an der Trompete, Noel Gillespie am Bass und am Schlagzeug Big Fletchit. Ein Riesentyp, der in einem ganz bestimmten Timing mit ganz wenigen Schlägen spielte. Ein Solo dauerte bei ihm 30 Sekunden mit insgesamt drei Schlägen. Aber die saßen. Von Big Fletchit habe ich mir viel abgeguckt.

0381-Magazin: Von wem haben Sie sich anfangs noch etwas abgucken können?
Schneider: Im weltberühmten Down Town-Jazzclub in Düsseldorf erlebte ich tolle Leute wie Dexter Gordon, Johnny Griffin und Eddie Harris live. Da passten nur 40 oder 50 Zuschauer rein, so dass man die Musiker wirklich gut beobachten konnte. In die Kassiererin Kati war ich irgendwie verliebt. Ich habe immer mit ihr gequatscht und bin dann runter. Ich glaube, manchmal kam ich sogar umsonst rein. Einmal hatten Charly und ich ein Gastspiel im Down Town. Ein unvergessliches Erlebnis, weil wir meine Orgel nicht mehr rausgekriegt haben. Deshalb mussten wir dort drei Tage nacheinander spielen. Am Ende haben wir versucht, mit noch mehr Leuten die Orgel rauszuschleppen.

0381-Magazin: Sehen Sie sich in erster Linie als Musiker und dann erst als Entertainer?
Schneider: Nein. Ich sehe mich als Verkäufer des Musikers, als meinen Bühnenroadie. Und auch als Clown.

0381-Magazin: Was hat Sie bewogen, diesmal in Triobesetzung auf Tour zu gehen?
Schneider: Ich könnte auch mit mehreren Leuten spielen. Leider können die meisten Musiker entweder nicht gut improvisieren oder nicht gut hören. Dieses Trio hat ganz klar den Vorteil, dass wir alle gut hören. Wenn ich etwas spiele, kann Ira mir zudem auf die Finger gucken, weil wir immer in Sichtweite stehen. Das bringt jede Menge Freiheit mit sich.

0381-Magazin: Ist das Filmemachen hinsichtlich des Rhythmus‘ vergleichbar mit dem Musikmachen?
Schneider: Ja, ein bisschen schon. Aber gerade beim Film achte ich nicht darauf, dass dieser Rhythmus stetig rhythmisch ist. Sondern bei mir ist es ein eigener Rhythmus.

0381-Magazin: Neun Jahre nach "Jazzclub" haben Sie einen neuen Film gedreht. "00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse" soll im Herbst in die Kinos kommen. Wieso war die Zeit jetzt reif dafür?
Schneider: Ich musste einfach mal was anderes machen. Beim Filmemachen ist mir jedes Rädchen wichtig. Besonderen Wert lege ich immer auf eine gute Stimmung im Team und am Drehort. Ich möchte selbst in die Kamera gucken und sehen, was der Kameramann vorschlägt. Ich erwarte, dass er genauso offen ist für Vorschläge oder Gegenvorschläge wie ich selbst. Auf diese Weise kommt man zusammen zu einem guten Ergebnis. Was nicht funktioniert, ist, den großen Herren zu spielen. Mit macht es keinen Spaß, einsam in einem Elfenbeinturm auf einem Gummisitz zu hocken.

0381-Magazin: 00 Schneiders Gegenspieler ist Rocko Schamoni alias Die Eidechse. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
Schneider: Rocko kenne ich schon lange. Ein lustiger Knabe. Mir hat gefallen, dass er selbst sagt, was er gut kann und was nicht. So viel Vertrauen hat man nicht oft. Diesen Film habe ich komplett mit keinen Schauspielern gedreht. Es passte einfach nicht. Aber wenn man ihn sieht, denkt man, das seien alles Hollywoodschauspieler. Das ist für mich wirklich ein Ereignis.

OLAF NEUMANN

01.09.2013
· 20.00 Uhr · IGA-Park

 

Foto: Till Oellerking


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