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Heimathafen

Schiffbruch für die Wahrheit

Schiffbruch für die Wahrheit

Mai 15

Berliner Autor schreibt Krimi über den Untergang der "Georg Büchner" und wird bei den Recherchen bedroht.

0381-Magazin: Herr Wachlin, Ihr neuer Kriminalroman "Ostseegrund" hat den Untergang des Rostocker Traditionsschiffes "Georg Büchner" zum Thema. Wie sind Sie darauf gekommen?
Wachlin: Durch Zufall. Ich suchte nach einem Stoff für meinen neuen Ostseekrimi und stieß in der Presse auf das Hickhack um die "Georg Büchner". Da ich meinen Krimi aber im Kleinstadtmilieu der Vinetastadt Barth spielen lassen wollte, kam der Fall zunächst nicht in Frage. Dann hieß es plötzlich: Die "Büchner" wird aus dem Rostocker Hafen nach Klaipeda geschleppt. Zwei Tage später dann der plötzliche Untergang des Schiffes. Da musste ich dann doch ran, keine Frage.

0381-Magazin: Die Angelegenheit scheint emotional zu sein, vor allem für die Rostocker?
Wachlin: Sicher. Das Schiff gehörte zum Stadtbild. Viele, die unter vierzig sind, können sich Rostock ohne die "Büchner" gar nicht vorstellen. Dann sind vor allem die Belgier betroffen. Die wollten diesen letzten übriggebliebenen Kongodampfer für ihr maritimes Museum in Antwerpen retten. Zweieinhalb Millionen Euro wurden dafür bereitgestellt, mit dem Fall hatte sich sogar das Flämische Parlament befasst.

0381-Magazin: Der Untergang des Schiffes ging deutschlandweit durch die Medien. Erklären Sie uns warum.
Wachlin: So etwas passiert ja nicht alle Tage. Da verschwindet ein einzigartiges technisches Denkmal, mit dem sich nicht nur die belgischen Vereine zur Rettung des Maritimen Erbes befasst haben, sondern auch die britischen Denkmalschützer des "Archeological
Trust", und diverse andere internationale Institutionen. Für 2014 war der "Büchner" sogar in Aussicht gestellt worden, in die Liste der "Europa Nostra" aufgenommen zu werden, einer EU-Institution, die sich um die schützenswertesten bedrohten Kulturdenkmäler Europas kümmert. Doch die zuständigen Behörden in Rostock entzogen dem Schiff am Ende sogar den Denkmalstatus, um es zum Schrottpreis an eine mysteriöse Briefkastenfirma auf den Seychellen zu verkaufen. Anschließend versinkt das Schiff vor der polnischen Küste unter bis heute offiziell ungeklärten Umständen. Das regt natürlich die Phantasie an. Nicht nur von Krimiautoren, sondern auch von Journalisten.

0381-Magazin: Sie haben in Rostock vor Ort recherchiert. Gab es dort Unterstützung oder sogar Widerstand?
Wachlin: Es gab viele Interessierte, die helfen wollten und mich unterstützten, wo sie konnten. Die Rostocker wollen wissen, was mit ihrem Schiff passiert ist. Doch leider haben die auch nicht viel mehr in der Hand als ich. Die wenigen Leute, die wissen müssen, was da am Ende gelaufen ist, wiegeln bis heute mit dem Verweis auf laufende gerichtliche Verfahren etc. alles ab. Da wird gemauert, und auch die zunächst sehr bereitwillig kooperierenden und engagiert ermittelnden Behörden in Polen, vor dessen Küste das Schiff ja gesunken war, sind irgendwann merkwürdig still geworden und haben ihre Ermittlungen ergebnislos eingestellt. Dann gab es diverse Versuche, mich auf falsche Fährten zu bringen, bis hin zu anonymen Drohungen, mit der Forderung, die Finger von dem Thema zu lassen.

0381-Magazin: Es gibt viele Gerüchte um das Sinken des Schiffes. Es ist von Versicherungsbetrug die Rede ...
Wachlin: Das Schiff wurde versichert. Dahinter stehen Privatleute, die unerkannt bleiben wollen. Offiziell ist die Rede von internationalen Schiffsinvestoren und Reedern. Genaueres ist aber nicht zu erfahren. Aber die Versicherungssumme für das Schiff, – da ist von anderthalb bis fünf Millionen Euro dieRede –, wurde nur wenige Wochen nach dem Untergang anstandslos gezahlt, das hat die Stadt Rostock bestätigt, ohne genaue Zahlen zu nennen. Nun weiß jeder Versicherte, dass Schadensfälle von den Versicherern in der Regel immer sehr genau überprüft werden. Im Falle der "Georg Büchner" wurde jedoch nichts geprüft, der Untergang als solcher einfach hingenommen, ohne eine genauere Ursachenforschung zu betreiben. Das macht nicht nur mich nachdenklich.

0381-Magazin: Ist bis heute geklärt, was genau auf der letzten Fahrt der "Büchner" geschah?
Wachlin: Nein, und es gibt auch keine weiteren Untersuchungen dazu. Irgendwie scheint keine offizielle Stelle an einer Aufklärung des Falles interessiert zu sein. Auch das scheint mir sehr seltsam.

0381-Magazin: Erzählen Sie uns von Ihrem Krimi: Wie ist das Verhältnis von Fakten, realen Begebenheiten, Personen, persönlichen Vermutungen und Fiktion?
Wachlin: Zunächst habe ich alles gesammelt, was in der Presse, im Internet und dergleichen über den Fall zu erfahren war. Sehr hilfreich war auch die öffentlich zugängliche Bachelorarbeit von Anna Ludwig, die sich mit internationalem Bergungsrecht beschäftigt und dies am Fall der "Büchner" aufgearbeitet hat. Dann habe ich mit Rostockern gesprochen, Menschen, die auf der Büchner gearbeitet haben, ob als Seeleute oder später auf dem Traditionsschiff. Ich habe mal mehr, mal weniger erfolgreich bei Behörden wie dem Unteren Denkmalamt und dem Hafenamt recherchiert, sowie mit den letzten Betreibern des Schiffes korrespondiert. Aus dem zusammengetragenen Material kristallisierte sich dann immer mehr eine Möglichkeit heraus, die das seltsame Geschehen um das Schicksal des Schiffes am wahrscheinlichsten zu erklären vermag und der Wahrheit vermutlich sehr, sehr nahe kommt, denn sonst wären manche Leute nicht so nervös geworden. Aber letztlich bleibt alles Spekulation. Drumherum habe ich mir dann mit fiktiven Figuren eine Geschichte zusammengebaut, die diesen realen und zuweilen recht komplexen Hintergrund mit hoffentlich viel Leseund Unterhaltungswert zu transportieren hilft. Ähnlichkeiten mit realen existierenden Personen sind dabei natürlich rein zufällig entstanden. In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Lektüre!

Lesung mit Oliver G. Wachlin: 29.05.2015 · 20.00 Uhr · Andere Buchhandlung


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