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Björn Krause – Laufen lassen

Björn Krause – Laufen lassen

Apr 16
Vor Björn Krause liegt ein großes Blatt mit ein paar knappen Bleistiftstrichen. Man sieht schon, was das werden soll. Ein Affe auf einem Felsen. "Das ist aber nicht irgendein Felsen", sagt Björn Krause. "Und nicht irgendein Affe. Das ist der letzte Affe auf dem Felsen von Gibraltar."

Diese Affen haben keine Ahnung, dass sie mit geopolitischer Symbolik aufgeladen sind. Sie leben im milden Klima gut von dem, was die Touristen auf dem "Upper Rock" im Naturschutzgebiet hinterlassen. Doch die Sage erzählt, dass Gibraltar so lange britisch sein wird, wie es Affen auf dem Felsen an der Meerenge zwischen Afrika und Europa geben wird.
Für den Rostocker Maler und Grafiker Björn Krause wird es an dieser Stelle spannend – wo die Menschen in den Tieren mehr sehen als nur ein Tier. Wo Stiere, Elefanten, Raubkatzen eine Bedeutung bekommen, für die sie selbst nichts können. Wo sie zu Inbegriffen werden für Stärke, Gemütsruhe, erotische Spannung. Auf seinem Tisch liegt auch ein altes Buch mit zoologisch sortierten Darstellungen von Tieren, eingebunden in rotes Leinen. 1993 hat er es geschenkt bekommen, so steht es auf dem Vorsatzpapier. Da war er sechs Jahre alt. Es ist selten, dass ein Buch so lange so intensiv benutzt wird und immer noch halbwegs gut aussieht.
Björn Krause nennt es "Meine Bibel". Seit er denken kann, hat er Tiere gemalt. "Meine Mutter hat in der Gastwirtschaft gearbeitet und konnte sich manchmal nicht so um mich kümmern", sagt er. "Für diese Stunden hat sie mir Schmierpapier mitgebracht. Hier mal was, hat sie gesagt."
Das tat Björn. Weil er im Naturschutzgebiet Schlaubetal bei Frankfurt/Oder aufgewachsen ist, waren es eben Tiere. Wenn er mit den anderen täglich eine lange Zeit im Schulbus verbringen musste, wurden auch mal Comics daraus: "Was die Pellköppe eben alles anstellen, wenn sie im Bus Langeweile haben."
Als Björn Krause 19 Jahre alt war, ging er aus dem Schlaubetal weg nach Rostock, meldete sich bei Thomas Jastram auf der Rostocker Technischen Kunstschule, die jetzt Design-Akademie heißt. Er legte seine Mappe vor und sollte gleich dableiben, das Studienjahr hatte schon begonnen. Die Stadt empfing ihn nicht gut bei seinen solchen überstürzten Start. "Ich hab zwei Wochen auf der ‚Georg Büchner‘ gewohnt," erzählt er. "In einem Kabuff neben der Küche in dunklen Gängen. Morgens um vier war die Nacht vorbei. Es ist eben sehr laut in so einem Schiff, dunkel, gruslig." Das ganze Gegenteil der Weite und Stille, die er in seinem Tal hatte – und wegen der die Berliner Touristen eine Stunde lang fahren, wenn sie in Ruhe wandern wollen.
Zum Glück konnte er bald in die "Zwillingstürme" umziehen, in das Studentenwohnheim in der Südstadt. Mit einem Rasentrecker hielt er die Wiesen am Gehlsheimer Ufer kurz, um während des Studiums über die Runden zu kommen. Inzwischen ist es sechs Jahre her, dass er seine Atelierecke im Warnow-Valley am Strande bezog. "Zu Hause arbeiten ging irgendwann nicht mehr", sagt er. "Das war das Atelier, das ich auch bezahlen konnte." Von hier aus kann er auch seine Studienreisen planen, die ihn alle zwei Jahre nach Spanien führen, nach Bilbao und Madrid. Dort hat er inzwischen Freunde. Früher führten ihn die Reisen nach Florenz, zu Caravaggio. "Dort kann man mit der Lupe den Pinselstrich studieren", sagt er. "Damit man lernt, wie er Faltenwürfe und Schattenspiele bei seinen Ölgemälden umgesetzt hat."
Natürlich hat er im Kunststudium auch mal etwas anderes "gemacht" als Tiere. Aber grundsätzlich ist Björn Krause immer dieses Feld bestellt. Wie Jean-Baptiste Oudry (1686-1755), der sich lieber Nashörnern, Hunden und Löwen zuwandte als Menschen. Von ihm besitzt die Staatliche Galerie in Schwerin eine gute Auswahl. Und der amerikanische Maler Walton Ford (geboren 1960), der für seine Tierbilder eine ähnlich Technik nutzt wie Björn Krause: Gouache ist eine Mischung aus Zeichnung und Aquarell, eine Mischung aus genauer Eingrenzung und dem Zulassen von Farbverläufen, die man beeinflussen, aber nicht hundertprozentig beherrschen kann. Allerdings sind die Bilder, die Walton Ford macht, ziemlich nah am Fotorealismus. "Ich mag es dagegen eher sinnlich und persönlich", sagt Björn Krause. Natürlich ist ihm die digitale Verarbeitung seiner Bilder nicht fremd. Aber der Entstehungsprozess, sein kreatives Schaffen, ist mit Stift und Papier, mit Wasser und Pigment verbunden.
Dafür gibt es auch den Fön, der griffbereit über dem Arbeitstisch hängt. Mit ihm kann Björn Krause nicht nur Bilder trocknen. Er kann auch das farbige Wasser so über das Papier blasen, dass neue Verläufe entstehen, dass sich Umrisse auflösen und Formen entstehen, die Björn Krause eher ein wenig lenkt, als dass er sie perfekt setzt.
Warum er in Rostock bleibt? "Für jemanden, der vom Dorf kommt, ist Rostock gerade richtig", sagt er. "Mehr Stadt kann ich nicht vertragen."

FRANK SCHLÖSSER

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