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Barbara Weyrich

Dez 08

Rostock hat ja einiges zu bieten: Den Hafen, eine schöne Altstadt, massig Kneipen und Restaurants und jede Menge Klamottenläden. Aber wenn man die Kröpeliner Straße abschreitet, fühlt man sich nicht zwingend in seiner Heimatstadt, sondern lediglich ein einer der unzähligen Einkaufsstraßen Deutschlands: Ketten wohin das Auge reicht. Austauschbar und gleichförmig. Eine Frau in Rostock jedoch sorgt in dieser Einheitlichkeit für Individualität und kreative Seitenwege: Barbara Weyrich.

 

Sie ist die Modelady in Rostock. Ihre Agentur für Kommunikation und Werbung befindet sich im Dachgeschoss eines alten Speichers in der Altstadt. Sie empfängt mich, natürlich sehr gut gekleidet, in ihrem Büro, freundlich, ruhig und mit wachen Augen: „Sie müssen die Unordnung entschuldigen. Wir sind hier schon mit Weihnachtsdekorationen beschäftigt.“

Wie ist sie zur Mode gekommen? "Erst mal noch gar nicht", so erzählt sie. „Angefangen habe ich in Leipzig, meiner Heimatstadt. Dort lernte ich in der Werbung. Das hieß damals Gebrauchswerber.“ Nach der Lehre holte Barbara ihr Abitur nach und ging an die Arbeiter- und Bauernfakultät. 1965 verliebte sie sich in Richtung Norddeutschland, verließ Leipzig und landete in Rostock. Sie begann ein Fernstudium an der Berliner Universität und arbeite im Zentrum Warenhaus (heute Kaufhof) als Plakatmalerin und Dekorateurin. „Doch das machte ich nicht allzu lange. Ich lernte jemanden von der Deutschen Seereederei kennen. In der maritimen Wirtschaft gab es ja auch Werbung. Das fand ich spannend, kündigte im Warenhaus und fing bei der Reederei an zu arbeiten. Ich musste zwar den Pinsel in die Ecke stellen und nun Bürotätigkeiten ausführen, aber ich habe unglaublich viel dabei gelernt.“

Ihr Schwerpunkt war der Außenhandel. Es gab Kalender zu entwerfen und jegliche Art von Printwerbung zu erstellen. „Es existierte ja noch keine Werbeindustrie so wie heute. Heut wird man von Katalogen erschlagen, wir mussten aber noch Sachen selbst erfinden. Wir haben viel mit Buchbindern und Druckereien zusammen gearbeitet, konnten immer wieder kreative Köpfe versammeln."

Auch zu internationalen Messen durfte sie reisen. Eine führte sie bis nach Singapur. „Mein Chef kriegte Gallensteine und durfte nicht fliegen. Da musste ich dann ran und bin mit fünf Monteuren nach Singapur gefahren. Das waren gestandene Messebauer und ich sollte die quasi anleiten. Das waren Erlebnisse, die wirklich eindrucksvoll waren und mich geprägt haben"

Dann kam die Wende und erst mal ein „Niemandsland. Wir wussten nicht wohin es geht, alle waren verunsichert. Bis 1994 war es eine wilde Zeit, dann kam die Privatisierung und die Umstrukturierung. Bis 1998 habe ich noch gearbeitet, dann war auch meine Zeit zu Ende.“

Barbara Weyrich nahm ihre Abfindung und ging in die Selbständigkeit. Nutzte ihre Kontakte und Erfahrungen und entwickelte für die verschiedensten Unternehmen Werbeauftritte und Marketingkonzepte.

Der Schwerpunkt für die Mode reifte sich erst nach und nach. „Es gab einen ganz klaren Bedarf für Modeveranstaltungen. Die Leute wollten nicht immer nur nach Hamburg oder Berlin fahren, um so etwas zu erleben. Auch die Läden suchten nach einer Möglichkeit, ihre Kollektionen auf ungewöhnliche Art und Weise zu präsentieren.“ Also entwickelte Barbara Weyrich zusammen mit ihrer Grafikerin und Roswitha Salabaschev die „Dance Fashion Show“. „Wir wollten einen ungewöhnlichen Rahmen für das Ganze und mieteten die Nikolaikirche. Vorher hatten wir alle ziemliche Bauchschmerzen, wussten wir doch nicht, wie die Show angenommen wird. Die Rostocker sind ja auch nicht so schnell zu begeistern. Doch als dann abends die Menschen in schönen Kleidern vor der Kirche Schlange standen, war das ein unglaublich schönes Gefühl. Und so machen wir die Show nun schon seit 9 Jahren.“

Hat Rostock eine Modeszene? „Nein, so kann man das nicht sagen, leider. Zu so einer Szene gehört ja nicht nur die Schicht, die die Mode kauft, sondern auch der Designer, die sie entwirft. Und da haben wir ja nur Beate Heymann.“ Heymann ist die einzige Modedesignerin im Umkreis Rostock, wohnt in Warnemünde und verkauft ihre Mode ziemlich erfolgreich, auch international. „Sie ist immer das Bonbon unserer Shows“, sagt Weymann nicht ohne Stolz. Auch den Studenten der Schweriner Designschule bietet sie mit den Veranstaltungen ein Podium, ihre Stücke zu präsentieren. „Wir nehmen auch verstärkt Schmuck und Accessoires mit auf. So versuchen wir, mehr Inhalt in die Shows zu bekommen.“

Woran liegt es, dass Rostock scheinbar so wenige Anreize für kreative Modemenschen bietet? „Rostock hat ein Imageproblem. Für das Selbstbewusstsein der Stadt nach innen und nach außen gilt es noch viel zu arbeiten. Es braucht auch mehr Individualität der Geschäfte. Und den Menschen fehlt hier ein bisschen das Geld. Die Kaufkraft ist eine andere, als in den großen Städten. Aber das entwickelt sich.“

Dem Rostocker Publikum gefällt die Arbeit von Barbara Weyrich. Die Resonanz ist seit Jahren ungebrochen gut. Dies nutzt sie und präsentiert nun das „Mode Dinner“ im Silo 4. „Das ist eine kleine intime Sache. Es gibt ein schönes Menü und die Models laufen um die Tische herum. Die Gäste können mit den Händlern vor Ort reden und sich in diesem Rahmen beraten lassen. Auch gibt es erstmalig Kosmetikprodukte und ein Ärzteteam, das über medizinische Schönheitsveränderungen informiert. Der Bedarf ist groß. Der Anspruch an das eigene Aussehen entwickelt sich, Schönheit gehört zum Wohlbefinden dazu. Wir wollen dazu beitragen, das Leben in Rostock schöner zu machen.“



3 Kommentare zu „Barbara Weyrich”


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