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Nicht schon wieder...

Dez 08

Weihnachten ist die Zeit der Liebe und der Besinnung. Man vergnügt sich im Kreise der Familie, lehnt sich zurück, isst Plätzchen und Lebkuchen und reflektiert über das vergangene Jahr, das Leben und seinen Sinn. Ach wirklich??? Weihnachten oder was daraus wurde ist doch eher ein Sinnbild für den größten und unsäglichsten Stress im gesamten Jahr. Es ist ein Gerenne nach Geschenken für Menschen, die man kaum kennt, Rugby-reifes Gerempel auf Weihnachtsmärkten mit betrunkenen Endvierzigern, die Weihnachtsmützen auf dem Kopf tragen und immer immer immer wieder der gleiche Song: „Last Christmas I gave you my heart, but the very next day...“
Hier nun ein paar gut gemeinte (und vor allem nicht ganz ernst gemeinte) Stolperfallen aus dem reichen Weihnachts-Erfahrungsschatz der Redaktion, die es vielleicht zu beachten gilt, um nach den Feiertagen nicht vollkommen am Ende zu sein.



Weihnachtsmusik

Wichtigste Regel beim Verlassen des Hauses um die Weihnachtszeit: Kopfhörer aufsetzen, Musikabspielgerät anschalten und auf LAUT stellen. Denn die Musik, die einem ab Mitte November entgegendudelt, setzt spätestens Mitte Dezember aggressive Tendenzen in den noch so friedfertigsten Menschen frei. Dabei hätte man gar nichts gegen stilvolle und wahrhaft stimmungsvolle Weihnachtsmusik. Bach und Ella Fitzgerald haben es vorgemacht. Aber irgendwie scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu existieren, das sämtlichen öffentlichen Geschäften und Büros das Abspielen von exakt fünf Liedern erlaubt. Nämlich: „Jingle Bells“, „Oh Tannenbaum“, „White Christmas“, das unerträgliche „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski und natürlich der unangefochtene Smash-Hit: „Last Christmas“ von Wham!.

Damit man sich die nicht über-hört, wurde die schöne Idee des Covers erfunden. Und somit denkt sich die heimische und internationale C-Prominenz jedes Jahr aufs neue, eine Weihnachtsplatte auf den Markt zu schmeißen, mit Liedern, die schon von anderen Sängern gecovered wurden, die wiederum schon von anderen Sängern gecovered wurden, die wiederum schon von anderen Sängern gecovered wurden. In der Physik nennt man das eine Möbius-Schleife. Und jedes Jahr zu Weihnachten schlägt sie zu.


Weihnachtskarten

Nichts sorgt bei meiner Familie und mir für mehr Auflehnung, als Weihnachtsgrüße, die als Rundbriefe geschrieben sind. Jedes Jahr bekommen wir drei davon. Immer am PC getippt, immer von den gleichen Leuten. Erst wird kurz bekundet, dass man leider zu beschäftigt ist, um jedem einen persönlichen Brief zu schreiben. Dann bedauert der Schreiber langwierig, ganz ehrlich und von ganzem Herzen, dass er es leider wieder nicht geschafft hat, auf einen Besuch vorbeizukommen. Auf den restlichen 3 Seiten erklärt er dann, warum. Da war die vierwöchige Karibik-Kreuzfahrt zu Claudis Geburtstag, der wahnsinnig wichtige Messe-Kongress, der zufällig auch vom Protagonisten des Briefes geleitet wurde, der Kauf des neuen Cabriolets, die darauffolgende kleine Spritztour zum Schweizer Zürichsee und schließlich die regelmäßige Einladung des Oberbürgermeisters zum Golfen im neuen Club. Ziel dieser Briefe ist es natürlich nicht, die lieben Verwandten am Leben des Schreibenden teilhaben zu lassen, sondern die unglaubliche Bedeutsamkeit der eigenen Person und ihrer Besitztümer der ganzen Welt kund zu tun und dem Lesenden die eigene mickrige Existenz vor Augen zu führen.

Ich muss zugeben: Anfangs haben wir uns beeindrucken lassen. Lasen mit staunenden Augen die aufregenden Abenteuer anderer Leute und dachten dabei an unsere Jahreshighlights: Den Campingurlaub in Dänemark, meinen Umzug von der 25 qm in eine 30 qm Wohnung, die Kastration unseres etwas zu vermehrungsfreudigen Katers und Vaters ganzer Stolz: seine neue Stichsäge. Doch mittlerweile haben wir gelernt, damit umzugehen. Lassen die Jahresprotokolle ungeöffnet liegen, füllen uns die Gläser mit Rumtopf und Eierlikör, kraulen den entmannten Kater hinterm Ohr, bewundern Vatis Stichsägearbeiten und freuen uns unseres mickrigen Lebens.


Weihnachtsfeiern

Büroweihnachtsfeiern können lustig sein. Aber nur, wenn man Kollegen hat, die auch lustig sein können! Wenn nicht (und das kommt leider ziemlich häufig vor), dann wird so eine Veranstaltung schnell zur Qual. Der schlimmste Fall ist nicht, wenn der Chef den Abend zur Dienstbesprechung macht oder zu knausrig ist, das Essen zu bezahlen und deswegen vorher mit dem Klingelbeutel auf Finanzierungshilfe durch die Reihen der Mitarbeiter geht. Der Tod einer jeden Weihnachtsfeier ist es, in einem Fischrestaurant zu feiern, obwohl man von Fisch Pickel bekommt, eingekeilt zwischen verknöcherten und dauergewellten Muttis Mitte 50 zu sitzen und sich den ganzen Abend kritische Diskurse über Balkonmöbelbezüge, Backmischungen und zerkratztes Teflon anzuhören. Und für den Alkohol noch selbst zahlen zu müssen!

In so einem Fall hat man zwei Möglichkeiten: Man täuscht irgendein krankes Familienmitglied vor und rennt so schnell wie möglich nach Hause. Der vernünftige Weg! Oder man betrinkt sich hemmungslos, während sich die Damen vom Kollegium zur Feier des Tages eine Weißweinschorle genehmigen und sich die sterbenslangweiligen Lebensläufe ihrer Kinder vorleiern. Die Gefahr besteht allerdings, Bridget Jones like jegliche Selbstkontrolle zu verlieren, singend auf die Tische zu klettern, damit auch den letzten Rest Respekt von den Mitarbeitern zunichte zu machen und dem Chef einen bleibenden Eindruck der eigenen Maßlosigkeit zu präsentieren. Keine gute Idee.


Mütter

„Willst Du eigentlich ein bisschen Weihnachtsdekoration für Deine Wohnung?“ So begann er, der scheinbar harmlose Satz. Schon Böses witternd, sagte ich „Nee danke, Mutti. Ich brauch nichts.“  Aber da in Mutters Sprache ein „Nein“ „Ja“ bedeutet, hatte ich schon verloren. „Schön. Ich glaube, ich hab da noch ein bisschen was im Keller.“

Was folgte war eine Mutter, die in der Woche darauf mit Nachbars Kombi in meiner Straße aufkreuzte und anfing, ihre Ladung in meine kleine 30qm Wohnung zu kippen. Eine Sintflut an Nussknackern, Weihnachtskugeln, Kerzenständern, Keramikengeln, Weihnachtsmännern mit lustigen Gesichtern, Pyramiden und Schwippbögen ergoss sich in mein Kämmerlein; und zu guter Letzt schleifte sie noch einen überdimensionalen Weihnachtsbaum die Treppen rauf. „Kuck mal, das war der, der vor dem Küchenfenster stand. Erkennst Du ihn? Papa hat ihn gefällt, weil er das gesamte Licht nahm.“ Sprachs und zerrte das Ungetüm vor das Fenster, woraufhin er meinem einzigen Zimmer das gesamte Licht nahm. Sie schaute sich um. „Ach Kind, wie schön! Was so ein bisschen Schmuck gleich für eine gemütliche Weihnachtsstimmung zaubern kann.“ Ich schaute auf den Turm aus Plunder, nickte nur mechanisch, wohl wissend, dass jeglicher Widerspruch zur Folge hätte, dass Mutti entweder noch mehr Krempel anschleppen oder sie diesen „ich-hab-dich-25-Jahre-durchgefüttert-und-so-dankst-du-es-mir-Blick“ aufsetzen würde, der mir dann wieder zwei Wochen ein schlechtes Gewissen beschert. Also beließ ich es bei einem Kuss, quetschte mir ein „Danke“ von den Lippen und setzte meine beschwingt schnatternde Mutter in den Kombi. Bahnte mir einen Weg durch das glitzernde Chaos, suchte und fand mein Portemonnaie, stolperte über ein Jesuskind sowie einen Weihnachtsmann mit heruntergelassenen Hosen und ging in Richtung Netto, Mülltüten kaufen.

Ihr fragt euch nun, wie die Moral der Geschichte ist, wie man es vermeiden kann, seine Wohnung in den Lagerraum des Weihnachtsmannes verwandeln zu lassen. Denn darum geht es ja schließlich in diesem kleinen Beitrag. Aber ich sage euch aus jahrelanger Erfahrung: Gar nicht! Ihr könnt es nicht umgehen, Mutti bleibt Mutti, da könnt ihr schimpfen, betteln, ignorieren oder grummelnd an der Tischdecke zerren. Also lautet der letzte Tipp dieser kleinen Aufzählung: Übt euch in Nachsicht mit der lieben Familie, denn ändern könnt ihr eher die Umlaufbahn der Erde, als eure Eltern.


Birke Scheffler

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