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Jan Carlsen

Jan 09

Seinen Status als kulturelles Zentrum nicht nur des Landes Mecklenburg-Vorpommerns, sondern, neben einigen anderen, auch des Ostseeraums, verdankt Rostock vor allem dem Einsatz vieler engagierter Menschen. Denn in Rostock mangelt es nicht an guten Ideen, spannenden Projekten oder Menschen, die diese umsetzen, sondern meistens nur an Geld!


Die Tatsache, dass die Hansestadt aufgrund an Größenwahn grenzender Finanzpolitik Abermillionen für Schuldentilgung und Zinsen aufbringen muss, sorgt nicht nur im Rathaus für Sorgenfalten.

Aufgrund der unklaren Situation des Stadtsäckels droht Jahr für Jahr der Wegfall von Fördermitteln für Vereine, soziale und kulturelle Projekte und Institutionen, und damit das Aus für diese. Dass Rostock nicht zur Kulturbrache verkommt, liegt an vielen Menschen, die für und mit wenig Geld, großteils ehrenamtlich, den Kulturbetrieb aufrechterhalten. Einer dieser Kulturschaffenden, ein Wort, das ziemlich deutsch und demokratisch klingt, ist Jan Carlsen.

Dieser Name und sein Träger sind den meisten Kulturinteressierten in dieser Stadt ein Begriff, sei es als Musiker oder als einer der Macher der Pumpe, als Projektleiter beim Landesjugendjazzorchester oder als Mitarbeiter des Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) Südstadt/Biestow in der Tychsenstraße und in der Ziolkowskistrasse. „Das SBZ, für das ich seit dem vergangenem Jahr tätig bin, heißt in unserem Fall natürlich nicht Sowjetische Besatzungszone sondern ist ein Angebot für die Bürger, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, mit kulturellem Aspekt. Vielen Rostockern sind die Pumpe in  der Ziolkowskistraße und das Heizhaus in der Tychsenstraße ein Begriff. Diese beiden Standorte sind jetzt ein Stadtteil- und Begegnungszentrum unter der Regie der SBZ gGmbH.“

Dort ist Jan Carlsen einer von fünf Mitarbeitern, die zusammen mit einem Zivi, Praktikanten, Ehrenamtlern und Jugendlichen, die Sozialdienst ableisten, ein breit gefächertes Angebot offerieren. Wir machen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, aber auch für ältere Mitbürger, Familien, Frauen, für die Bürger(innen) im Stadtteil. Darüber hinaus ist das SBZ ein Ort, an dem man die eigenen Ideen verwirklichen kann, und wir helfen natürlich dabei. Wir haben da eine sehr schöne Aufgabe, aber eben auch eine, in die man viel Zeit investiert.“

Doch die Tätigkeit im SBZ ist nur eine Seite im Leben des Jan Carlsen. „Ich bin natürlich auch noch Mitglied der bekannten Rostocker Band „Breitling Stompers“, erzählt Carlsen und revidiert diese Aussage umgehend und ein wenig, „also ich war schon vor der Wende bei der Band, habe dann aber zwischendurch mal zwölf Jahre Pause gemacht, und bin jetzt wieder dabei.“

Dann hat Jan Carlsen aber auch noch ein eigenes Trio und unterrichtet als Honorardozent am Konservatorium. Man merkt schnell, dass Carlsen mit Leib und Seele Musiker ist und seine anderen Tätigkeiten im Laufe der Jahre  hinzu „gewann“.

In seinen Bands ist er Gitarrist. Ungewöhnlich spät für einen Berufsmusiker, aber normal für dieses Alter, griff Jan Carlsen mit 16 Jahren zur Gitarre. „Der Funke sprang im GST-Lager, das ich wie alle seinerzeit in Vorbereitung meiner Lehre zum Elektrosignalmechaniker absolvieren musste, über. Vorher hatte ich mich nur mal der Blockflöte und der Triola beschäftigt. Dort im Wald, wo wir Kriegsspiele machen mussten, saßen wir abends am Feuer und einer hatte ´ne Gitarre dabei und konnte auch drei Lieder. Von dem ließ ich mir dann erst mal zwei Griffe zeigen und so wurde bei mir das Feuer entfacht,“ erinnert sich der 47jährige. Zunächst lernte er Gitarre spielen autodidaktisch, besuchte jedoch dann die Rostocker Musikschule und nahm noch zusätzlich Privatunterricht in Berlin. Dann legte er die Prüfung zum Berufsmusiker ab, „denn man musste ein Ticket haben, ansonsten galt man als asozial, selbst wenn man sich von seinen Fähigkeiten ernähren konnte“. Anschließend musste er seinen Wehrdienst bei der NVA ableisten. Bevor er dann den Musikerberuf richtig ausübte, arbeitete Carlsen kurz als Hausmeister beider Abteilung Volksbildung im Kindergarten – als einziger Mann unter 80 Frauen. „Ein hartes Los!“ Als Musiker lebte es sich in der DDR recht gut. Man war, laut Jan Carlsen, relativ sorgenfrei und ohne Existenzängste. Zahlreiche Auftritte für und mit verschiedensten Bands wie „RIFF“ standen nun auf dem Programm, aber auch das Projekt „Rollo & Carl“, das Küchenlieder von Carl Maria von Weber und später Insterburg & Co spielte. Und man lernte die Fähigkeiten, die man dann nach der Wende brauchte, vor allem die, sich um sein Schicksal selbst zu kümmern. Dies begann mit dem Organisieren von Proberäumen, Technik und Auftritten und endete mit dem Erstellen der  eigenen Steuererklärung. Die Sache mit der Technik hatte jedoch auch ihre Tücken. „Ich kann mich erinnern, dass ich mir kurz vor der Wende einen Drum-Computer für 12.000 DDR Mark kaufte. Dieser war ein paar Monate später grad mal 200 D-Mark wert. Das war nicht so schön.“

Die Wende erlebte Jan Carlsen sehr speziell. Radio Schleswig-Holstein hatte aufgerufen, zum Funkhaus nach Kiel zu kommen. Die Breitling Stompers ließen sich nicht lange bitten, fuhren hin und spielten dann tatsächlich am 9. November in Kiel auf dem Markt. Vor 2000 Leuten. Ein stimmungsvoller Auftakt für eine neue Zeitrechnung, die jedoch mit dem Zusammenbruch des DDR-Kulturbetriebs einherging. Dies war natürlich eine schwierige Zeit. „So kam es ganz günstig, dass mir empfohlen wurde, als ABM-Kraft im ehemaligen KuBa-Klub der FDJ anzufangen. Dies gefiel mir zunehmend gut, zumal ich auch an einem neuen Konzept mit schreiben durfte,“ erzählt Carlsen, „ So entstand die Pumpe. Und obwohl man sich ja alle 7 Jahre verändern soll, bin ich nun schon 14 Jahre mit der Pumpe verbunden. Schließlich ist ja nun auch wieder etwas Neues daraus geworden.“

Für das neue Jahr hat sich Jan Carlsen vorgenommen, sein Musiker- und Privatleben nicht mehr zu kurz kommen zu lassen. „Freunde von mir haben in den letzten Jahren Kinder bekommen, und ich kam erst drei Tage später dazu, ihnen zu gratulieren.“ Das soll nicht mehr so sein! Ein guter Vorsatz!


Christian Rutsatz

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