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Fair und Bio – was steckt dahinter?

Fair und Bio – was steckt dahinter?

Sep 09
Neben Bio-Produkten aller Art findet man in Supermärkten und Bioläden auch immer häufiger Waren mit dem Fair Trade-Zeichen. Wie unterscheidet sich Bio von Fair Trade? Und -  sollte Fair Trade nicht auch nachhaltig und bio sozial verträglich sein? Wir besuchten den Weltladen in Rostock und baten um Klärung.


Damals wie heute sind die Zustände, unter denen Menschen in der so genannten Dritten Welt Produkte herstellen, die wir im Westen in irgendeiner Form konsumieren, mies bis beschissen: katastrophale Arbeitsbedingungen, miserable Sicherheitsstandards und eine erbärmliche Bezahlung, die kaum ausreicht, minimalste Lebenskosten zu decken. Dabei ist es erwiesen, dass der Arbeitslohn den absolut geringsten Teil der Produktions- und Handelskosten ausmacht. Könnte also eine vietnamesische Näherin nur 10 Cent in der Stunde mehr verdienen, würde die Hose in unserem Jeansladen nicht zwingend mehr kosten.

Um die Situation für die Menschen in den armen Regionen dieser Welt ein wenig gerechter zu gestalten, entstand in den späten 60er Jahren die Fair Trade Bewegung. Ziel war es, den benachteiligten Produzenten aus Entwicklungsländern einen fairen Zugang zum globalen Markt zu verschaffen. Das Fair Trade-Siegel sichert dem Konsumenten bis heute zu, dass der Kaffee, Wein oder Schokoriegel nach hohen sozialen Standards produziert wird, dass die Arbeiter ein angemessenes Gehalt beziehen und sozial abgesichert sind. „Mit Bio hatte das lange aber eher nichts zu tun“, sagt Paula Ruoff vom Weltladen in der Hermannstraße, „die soziale Komponente stand bei Fair Trade im Mittelpunkt“. Mittlerweile hat sich das jedoch stark gewandelt, erzählt sie. Qualitätsstandards und Umweltverträglichkeit rücken immer weiter in den Vordergrund. Und so finden sich in den Regalen der Supermärkte und Weltläden immer mehr Produkte, die biologisch und fair hergestellt wurden.

Wie ist es aber umgekehrt? Wie sozial verträglich wurde ein Produkt erzeugt, das nur das Bio-Siegel trägt? Prinzipiell erst mal gar nicht. Soziale Maßstäbe spielen bei Bio-Waren primär keine Rolle. So kann es sein, dass die Banane oder der Kakao zwar nicht chemisch belastet und somit für den Verbraucher gesünder ist, der Pflücker aus Chile oder Brasilien sich jedoch trotzdem für ein paar lausige Dollar den Rücken krumm arbeiten muss. „Seit dem Bio-Boom gibt es genug Leute, die daran einfach nur verdienen wollen. Ethik und soziale Standards zählen da nicht mehr“, beklagt Paula Ruoff.

Aber wie so oft, gibt es auch in der Bio- und Fair Trade-Branche kein Schwarz Weiß. Es gibt Bio-Unternehmen wie Rapunzel, die sich selbst Richtlinien auferlegt haben, ihre Produkte unter fairen Bedingungen herzustellen. Rapunzel entwickelte dafür sein eigenes Gütezeichen. Paula Ruoff sieht das aber eher kritisch: „Diese Unternehmen kontrollieren sich oft selbst. Das ist nicht gerade transparent. Es sollte immer eine äußere Kontrollinstanz geben. Außerdem irritiert dieser ganze Siegel-Berg den Verbraucher. Es wäre viel günstiger, wenn man sich auf das bekannte Fair Trade-Siegel beschränken würde. Es ist 30 Jahre alt, ist bekannt und funktioniert.“

Ein weiteres Problem für den Verbraucher ist, dass der Begriff „fair“ nicht geschützt ist. So kann ein konventioneller Kaffeehändler problemlos den Satz „Unter fairen Bedingungen hergestellt“ auf seine Verpackung drucken, auch wenn das nicht der Wahrheit entspricht.

Will man als Verbraucher also Sicherheit, dann ist es das Beste, sich auf das bekannte Fair Trade-Siegel zu verlassen. Es garantiert eine regelmäßige und unabhängige Kontrolle der Arbeitsbedingungen und die Aufsicht über die gerechte Verteilung der Gewinne.

Birke Scheffler

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