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Dreamboy - Der Sandmann wird 50!

Dreamboy - Der Sandmann wird 50!

Nov 09

„Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht so weit. Wir sehen erst den Abendgruß...“ Erklingen diese Zeilen, bleibt in unzähligen Kinderzimmern täglich alles stehen und liegen. Und das seit 50 Jahren. Ja genau – 50 Jahre schon schleppt der Sandmann seinen Sack durch die Gegend, streut Traumsand in Kinderaugen und schickt die Welt ins Bett. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag kleiner Traummann!



„Es gibt Niemand in der ganzen Welt, der so viele Geschichten weiß als der Sandmann! Er kann ordentlich erzählen. Gegen Abend, wenn die Kinder noch am Tische oder auf ihrem Schemel sitzen, kommt der Sandmann; er kommt die Treppe sachte herauf, denn er geht auf Socken; er macht ganz leise die Türen auf und husch! da spritzt er den Kindern süße Milch in die Augen hinein, und das so fein, aber immer genug, dass sie die Augen nicht offen halten und ihn deshalb auch nicht sehen können. Er schleicht sich gerade hinter sie, bläst ihnen sachte in den Nacken, und dann werden sie schwer im Kopf.“

So beginnt das Märchen "Der Sandmann" des dänischen Dichters Hans Christian Andersen (1805–1875). Der Sandmann von Generationen von Kindern und auch meiner hatte zwar keine Milch, aber dafür seinen allseits bekannten grauen Beutel. In jenem Beutel befand sich dieses merkwürdig-mysteriöse Potpourri, das kleine Kinderaugen schwer werden lies und das ich früher so gar nicht lustig fand. Bedeutete es doch, dass das letzte Stündlein des Tages geschlagen hatte und man nun Gefahr lief, gnadenlos ins Bett bugsiert zu werden – obwohl man doch noch gar nicht müde war! Als 4 jährige dachte ich noch, ich sei unsagbar schlau und könnte Sandmann, Eltern und Uhrzeit mit einem clever ausgeklügelten Plan ausschalten. Öffnete der Sandmann seinen Sack, um den „Müde-Sand“ in meine Augen zu pusten, rannte ich wie eine Verrückte hinter die Couch, kniff die Augen zu und war mir sicher, dass nun das unvermeidliche Übel an mir vorbeizog und ich noch ein kleines Minütchen länger in Haus und Garten herumrennen konnte. Es dauerte nur drei kurze Jahre, bis ich begriff, dass auch die widerstandsfähigste Couch nichts an meinem Schicksal ändern würde. Tja, those where the days...

Nun bin ich groß und der Sandmann auch – ganze 50 Jahre. Zeit für einen kleinen Rückblick.

Seine ersten Schritte machte der Sandmann im Radio. Bereits 1957gab es im sozialistischen Hörfunk eine Kindersendung zur „Guten Nacht“ mit Einschlafgeschichte und dem Satz: „Der Sandmann ist da“. Zwei Jahre später wurde bekannt, dass der SFB, also ein Westsender an einer Sandmännchen-Figur fürs Fernsehen arbeite. Diesen imperialistischen Vorsprung in der Kinderunterhaltung konnte die sozialistische Führung natürlich nicht durchgehen lassen. Beim DFF (Deutschen Fernsehfunk) wurde die schmissige Parole ausgerufen: „Wie ihr Sandmann auch aussehen mag, unser muss anziehender sein!“ und im Eiltempo wurde der Sandmann Variante Ost erschaffen.
Erfinder des Sandmann-Gesichts, das sich bis heute fast nicht verändert hat, war Gerhard Behrendt, seiner Zeit künstlerischer Leiter der Puppentrickabteilung im Berliner Trickfilmstudio. 1959 ging dann der kleine Mann mit Bart auf Sendung und trat seinen unangefochtenen Siegeszug ins deutsche Kinderzimmer an.

Von den meisten Kindern wurde der Sandmann auf der Stelle heiß und innig geliebt. Doch oder gerade deswegen musste die 24 cm kleine Plastefigur auch für politische Zwecke herhalten. Erich Honecker und Walter Ulbricht schmückten sich mit ihm auf Fotos, er besuchte die Nationale Volksarmee, die DDR Grenztruppen an Oder und Neiße oder brachte Kinder im Pionierlager ins Bett. Aber trotz seines sanftmütigen Wesens und liebevollen Blicks ließ sich der Sandmann nicht komplett ideologisch verwursten. Ja, er entwickelte gar system-renitente Tendenzen. Als im September 1979 eine Familie mit einem Heißluftballon aus der DDR in den Westen flüchtete, trudelte just zwei Tage später auch der Sandmann in einem eben solchen Gefährt ins Abendgruß-Programm. Wollte er seiner Zielgruppe, also Kindern zwischen 4 und 8 Jahren, staatsflüchtige Gedanken einflößen? Sie mit Schlafsand betäuben und dann Träume vom goldenen Westen bescheren? Die um ihre Schützlinge besorgte Regierung ging auf Nummer sicher und setzte die Folge auf den Index.

Einen großen Teil des Erfolgs des Sandmännchens machte die wunderbare Kulisse aus, für die sich viele Jahre der Szenenbildner Harald Serowski verantwortlich zeigte. Er baute kitschfrei und mit unglaublich großer Liebe zum Detail die unterschiedlichen Welten, die der Sandmann am Ende jeder Sendung schlafen legte.

Auch der Fuhrpark ist bis heute legendär. Da gab es U-Boote, futuristische Autos, Hubschrauber, Fischkutter, Surfbretter, Flugfahrräder, Raketen, Rikschas, Mondmobile, Kürbiskutschen und natürlich kam der Sandmann auch im ossihaftesten aller Gefährte – dem Trabbi angerauscht.

Während der Sandmann im Westfernsehen eher mäßigen Erfolg hatte und 1989 komplett abgesetzt wurde, war der Sandmann Ost bald international bekannt. Seine Filme wurden nach Schweden und Finnland exportiert, wo er John Blund bzw. Nukku Matti genannt wurde. Auch der Kinderkanal des Nachrichtensenders Al-Dschasira kaufte 2006 78 Folgen. Als jedoch dann der Streit um kontroverse Islam-Äußerungen von Papst Benedikt XVI entbrannte, stellte der Sender die Ausstrahlung ein.


Birke Scheffler

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