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FRANK KRÖGER – Ars vivendi

FRANK KRÖGER – Ars vivendi

Apr 10

In den letzten Jahren hört und liest man wieder und wieder vom drohenden Niedergang der Kulturstadt Rostock. Die Stadt, als administrative Größe, ist aufgrund eines immensen Schuldenberges nicht in der Lage, großzügig oder auch nur ausreichend Geld zur Verfügung zu stellen, um alle erhaltenswerten kulturellen Einrichtungen zu unterhalten oder zu unterstützen.

 

Die Frage nach der Definition von "erhaltenswert" stellt sich natürlich nicht, da Kultur nicht normativen Kriterien unterliegt, die die Wertigkeit bestimmen.
Der Freund aller (Halb-)Wissbegierigen Wiki weiß folgendes: "Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der Bildenden Kunst, aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht, in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft."
Wir möchten den abstrakten Kulturbegriff noch einfacher zu fassen bekommen und verallgemeinern deshalb: Kultur ist alles Schöpferische, das das Leben individuell und für die Gemeinschaft  angenehmer und lebenswerter macht.
Dass die Rostocker Kulturlandschaft keine Brache ist, ist dem Engagement zahlreicher, oft nur vom  Enthusiasmus angetriebenen Bürger zu verdanken. Egal ob es sich um Galleristen, Schauspieler, Literatur- und Filmschaffende, Musiker, Maler, Konzertveranstalter oder Graffitikünstler handelt, Rostock ist zwar arm an Geld, aber ganz sicher nicht arm an Kultur und unterschiedlichen Szenen. Dass letztere nicht abgegrenzt voneinander, sondern durchaus fruchtbar neben- und miteinander existieren können, ist an vielen Beispielen angenehm zu beobachten.
Ein Gesicht, dass für die Avantgarde, Noise, aber auch Darkwave, kurzum, die schwarze Szene steht, gehört Frank Kröger, der seit Mitte der 90er Jahre sein Geschäft Ars Macabre betreibt. "Musikalisch bin ich in der Noise/Industrial-Ecke beheimatet," erzählt Kröger, "aber es war damals unmöglich, diese Musik in Rostock zu kaufen. Also beschloss ich etwas in dieser Stadt völlig Neuartiges zu machen. Gemeinsam mit zwei Tätowierern eröffnete ich ARS MACABRE. Diese Musik und Tattoos waren absolut trendy und wir haben den Hype mitgenommen. Später kam dann ein Piercer dazu. Bei uns konnte man sich seine Musik kaufen, ein Tattoo machen lassen und obendrauf noch ein Piercing holen. Ich habe durch mein Geschäft viele interessante Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft."
Doch Frank Krögers Interesse für "seine" Musik beschränkte sich keinesfalls auf den Verkauf von Platten bzw. CDs. "Auf dieser Musikschiene gab und gibt es bis heute so viele hochinteressante Bands und Projekte.  Deshalb war es mir ein Bedürfnis, einige davon auch in Rostock zu sehen." Die Formulierung "einige" ist als gepflegte Untertreibung anzusehen. Mehr als 100 Konzerte, davon zahlreiche auf dem fast schon ehemaligen Rostocker Kulturschiff "Stubnitz", und auch Festivals hat Frank Kröger mitorganisiert. Live-Gigs von Bands wie Merzbow, Nocturnal Emissions, White House und Control Bleeding hätten wohl ohne Krögers Zutun ebensowenig stattgefunden wie das Brainattack-Festival. In dieser Zeit verwirklichte sich Frank Kröger auch seinen Traum und veröffentlichte den Death-Industrial-Sampler "Listen to something different". "Da ist Musik drauf, die ich mag. Diese hat eine kleine Fangemeinde und man muss sich schon darauf einlassen," erklärt Kröger und fügt lächelnd hinzu, "Das ist auch keine Musik für die Anlage in der Mietwohnung. Kopfhörer sind da schon wichtig."
Doch mit Aufkommen des MP3-Formats gab es dann einen Bruch in der Musikbranche. Plattenlabel verschwanden fast genauso zahlreich wie Musikgeschäfte. "Da ich in meinem Geschäft Musik der sogenannten "Schwarzen Szene" anbiete, befand ich mich bald in einer doppelten Nische," berichtet der gebürtige Rostocker. Natürlich kann ein kleines Geschäft es nicht mit dem Internet aufnehmen, aber wer das Spezielle sucht, wird im Ars Macabre auch heute noch fündig.
Doch nicht nur in Sachen Musik wandelt Frank Kröger auf kulturellen Pfaden. Wie viele andere Menschen, die ihre wilden Jugendjahre hinter sich gebracht haben, hat auch Kröger gelernt, dass zum Thema Kultur auch der Genuss gehört. Seit Anfang des Jahres gibt es den Baltic Cigar Club, zu dessen Gründungsvätern Frank Kröger gehört. "Die Idee entstand, völlig überraschend, bei einer Zigarre. Ein Freund war der Vater des Gedanken, aber wie im wirklichen Leben braucht es eben auch eine Mutter, damit etwas Neues entstehen kann. Diese Funktion im Schöpfungsprozess übernahm ich," bringt Kröger die Entstehungsgeschichte des Clubs auf den Punkt. Ziel des Vereins (dieses Wort behagt Frank Kröger nicht: "Sobald sich Vereinsmeierei abzeichnet, bin ich raus!") ist  die Förderung der nordeuropäischen, speziell norddeutschen Rauchkultur. Nun wird Rauchen zurecht kritisch gesehen. Braucht es da wirklich einen Verein?
Frank Kröger plädiert für eine differenzierte Betrachtung des Themas: "Beim Baltic Cigar Club geht es um den Genuss von Zigarren und die Rituale drum herum. Es handelt sich um langsame Vorgänge, es muss mit Bedacht vorgegangen werden, um einige Zigarre rauchen zu können. Auf keinen Fall kann man es mit Zigaretten rauchen vergleichen, was die hektische Befriedigung einer Sucht ist, aber nichts mit Genuss zu tun hat." Natürlich verneint Kröger das Gesundheitsrisiko nicht, doch auch auf diesem Sektor gäbe es Unterschiede. Zum Beispiel wird der Rauch der Zigarre nicht inhaliert. Desweiteren besteht eine Zigarre aus 100 Prozent Tabak. Selbstverständlich seien auch Zigarren nicht gesund, doch das Risiko einer Erkrankung sei ein anderes, geringeres, getreu dem Motto eines renommierten Zigarrenproduzenten: Rauchen Sie weniger, rauchen Sie besser. Rauchen Sie Habanos.
Um gemeinsam zu rauchen, hätte es sicher keines Clubs bedurft, doch der soziokulturelle Aspekt steht beim Baltic Cigar Club im Vordergrund. "Es geht uns um den Austausch von Wissen und Erfahrung. Zigarrennovizen sind uns ebenso herzlich willkommen, wie Leute, die schon lange der Zigarre frönen. Die Tatsache, dass man bei unseren Veranstaltungen interessante Leute mit den verschiedensten Lebensläufen kennenlernt und neue Kontakte knüpfen kann, ist eine weitere Facette unseres Clubs."
Aufgrund der Vielzahl an Angeboten ist ein intensiver Austauch wichtig. Dies wird deutlich wenn man erfährt, dass man selbst, wenn man täglich 10 verschiedene Zigarren rauchen würde, was nahezu unmöglich ist, nach einem Jahr noch längst nicht alle in Deutschland erhältlichen Sorten probiert hätte. Für die Zukunft hat man beim Baltic Cigar Club viel vor. So möchte man sich als Schnittstelle zwischen Rauchern und Zigarrenherstellern etablieren.
Zum Stammtisch im Wittespeicher sind Interessierte genauso willkommen wie zum Vereinstreffen des Clubs. Dieses ist Teil der Veranstaltung "Cigar Express: Der Molli raucht" und findet am 9. April statt. Hier kann man Frank Kröger antreffen und feststellen, ob das Motto von Zino Davidoff tatsächlich der Wahrheit entspricht: "Die beste Zigarre ist die, die man gerade raucht."

www.baltic-cigar-club.de
www.weinhandlung-schollenberger.de

 


Christina Rutsatz

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