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Marita Kochs Weltrekord wird 25 – Eine Läuferin für die Ewigkeit

Marita Kochs Weltrekord wird 25 – Eine Läuferin für die Ewigkeit

Okt 10

Der Australier als solcher zeichnet sich gemeinhin durch seine nahezu unerschütterliche Gleichmut gegenüber fast jeder unvorhersehbaren Situation aus. Doch was an diesem 6. Oktober 1985 beim Weltcup in Canberra passierte, riss auch die sonst so coolen Aussies zu Begeisterungsstürmen hin.

Eine junge Frau aus Ostdeutschland, eine gewisse Marita Koch aus der sogenannten DDR, war soeben die Viertelmeile, 400 Meter, eine der, wenn nicht die härteste Laufdisziplin der Leichtathletik, in 47,60 Sekunden gelaufen und hatte damit den alten Weltrekord der tschechischen Läuferin Jarmila Kratochvilova quasi pulverisiert. Sicherlich rieben sich die Zuschauer wie die Konkurrentinnen die Augen bei und nach diesem Fabelrennen, doch fast noch verwunderlicher als die Zeit, die Marita Koch damals in die australische Bahn brannte, ist die Zeit, die seitdem vergangen ist, ohne dass der Rekord auch nur im Ansatz in Gefahr geriet.
Zehn Jahre vor ihrem Rekordlauf war die Karriere der Marita Koch eigentlich beendet. Aus freien Stücken. Sie hatte einfach andere Ziele. "Ich wollte Medizin studieren", erzählt uns Marita Meier, wie sie seit der Hochzeit mit ihrem Trainer heißt, in einem Büro über ihrer Boutique in der Eselsföterstraße. Die Studienplatzvergabe erfolgte auch in der DDR zentral und so stand fest, dass die junge Läuferin zum Studieren nach Berlin gehen würde.
Ein Wortungetüm mit Funktion, die Bezirksleistungssportkommission ging auf die gebürtige Wismaranerin zu. "Wie gesagt, ich wollte eigentlich aufhören. Ich hatte ohnehin nicht den klassischen Weg für Leistungssportler eingeschlagen: ich war nicht auf der KJS, war nicht in einem der großen Klubs. Für viele Sportler und Funktionäre war ich einfach die "Trulla" aus Wismar."
Diese "Trulla" wurde nun überredet, doch noch nicht aufzuhören mit dem Sport. Und man hatte Argumente. Eigentlich nur eines: Die Junioren-EM. In Athen!
"Für mich war klar, dass ich vielleicht nie wieder die Chance bekommen würde, nach Athen zu reisen. Also sagte ich zu", schildert Marita Meier ihre damalige Entschlussfindung, "Zwei Jahre später fand die Nachwuchs-EM in Bydgosz statt. Ob ich meine Pläne wegen Bydgosz über den Haufen geworfen hätte...? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber wahrscheinlich nicht."
Um mal einen ehemaligen Rostocker Ballfänger zu zitieren: "Hätte, hätte, Fahrradkette."
Die Reise ging 1975 nicht nach Polen, sondern nach Athen. Die griechische Metropole beeindruckte die junge Frau aus der mecklenburgischen Provinz zutiefst. "Natürlich habe ich mich in erster Linie auf den Wettkampf konzentriert, aber es war eben auch mein erster Aufenthalt im Ausland. Da habe ich versucht, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln. Ich habe hunderte von Fotos gemacht."
Die EM rentierte sich nicht nur touristisch wie Marita Koch. Sie holte Silber hinter ihrer Landsmännin Christina Latahn.
Für die Rostocker Sportfunktionäre war nun klar, dass man eine Sportlerin mit Perspektive nicht an die nationale Konkurrenz in Berlin verlieren wollte. Also wurde es möglich gemacht, dass Marita Koch in Rostock studieren durfte und zum SC Empor wechselte.
Schon 1976 qualifizierte sich die Nun-Rostockerin für die Olympischen Spielen in Montreal, wo sie sich allerdings im Halbfinale verletzte. Nun war klar, dass das Hauptaugenmerk dem Leistungssport gelten würde. "Medizinstudium und ernsthaftes Training vertrugen sich nicht. Dies musste ich schnell erkennen." Die Uni wurde zum Nebenkriegsschauplatz. Erst 1987, nach dem Ende ihrer Karriere, nahm Marita Koch das Medizinstudium wieder ernsthaft in Angriff. Doch bis dahin sollte sie viele erfolgreiche Meter auf der Bahn und viele tausend Kilometer auf Reisen hinter sich bringen.
Marita Koch wurde die erfolgreichste Athletin der 80er Jahre. Allein 11 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften heimste sie ein. Dazu kamen noch einiges an Silber. Und insgesamt 15 Weltrekorde!
Ihr größter Triumph war sicher Olympia 1980 in Moskau: Gold über 400 Meter und Silber in der Staffel.  "Olympia war ein Riesenspektakel. Allein die riesigen Dimensionen dieses Ereignisses und die Möglichkeit, mit Athleten sämtlicher Sportarten und aus aller Welt  im Olympischen Dorf zu wohnen, waren gigantisch und toll. Aber genießen konnte ich die Spiele erst nach meinem Sieg über 400 Meter. Zwar hatte ich alle meine Konkurrentinnen in dem Jahr schon geschlagen, aber die nervliche Belastung, die Favoritin zu sein, war trotzdem furchtbar."
Olympia '80 litt darunter, dass die meisten NATO-Staaten die Spiele boykottierten. Dies warf auch für Marita Koch einen Schatten auf dieses größte Sportfest der Welt. Der politische Schaden war enorm, auch wenn Marita Kochs Erfolg makellos war, da die Amerikanerinnen damals nicht zur Weltspitze gehörten und so die internationale Konkurrenz in Moskau am Start war und von der Empor-Athletin geschlagen wurde. Die Goldmedaille sollte ihre einzige olympische bleiben. Der Gegen-Boykott des Ostblocks ließ Marita Koch Olympia 1984 in Los Angeles verpassen. "Dies war ein bescheuertes Jahr. 1983 holte ich 3mal Gold bei der WM in Helsinki. Ich hatte zwar später meinen Weltrekord verloren, aber wir hatten uns super vorbereitet und waren im Höhentrainingslager in Mexico. Da gingen schon Gerüchte um. Dann gab es einen Wettkampf und dort teilte man es uns dann  mit. Es war furchtbar. Beide Boykotts waren sinnlos und haben nur dem Sport, Olympia und den Athleten geschadet!"
1987, nach weiteren Titeln, beendete Marita Koch ihre Karriere und setzte ihr Studium fort. Um es wenig später schweren Herzens wieder aufzugeben.
Das Jahr 1989 stellte wie für so viele Menschen einen Wendepunkt im  Leben von Marita Koch da. Im Februar kam ihre Tochter Ulrike auf die Welt. Im Herbst kam die Wende und im Winter bekam ihr Mann und Trainer Wolfgang Meier seine Kündigung.
"Die Zeit war furchtbar spannend. Man wollte ja keine einzige Nachrichtensendung verpassen, weil so viel passierte. Aber auch ich wusste Anfang 1990 nicht, wie es weiter gehen sollte."
Ein Freund aus dem Westen, der Marita Koch während ihrer Karriere für adidas betreute, schlug ihr vor einen Sportladen zu eröffnen. Ohne Vorstellung wie man so etwas eigentlich anfängt. "Mit Hilfe von Freunden, einer Menge Optimismus und viel Farbe renovierten wir dann einen Laden in der Wasserstraße und eröffneten dann unser erstes Geschäft." 3 Jahre später kam dann der Umzug in die Faule Grube. Vor 10 Jahren eröffnete Marita Meier-Koch ihre Boutique im "Stakenhaus" einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Hier bietet sie sportliche Mode von Marken wie Lacoste, Bogner u.a. an.
Ob sie denn nie Trainerin werden wollte?
"Dies erschien mir nie als logische Konsequenz. Ich konnte mir nie vorstellen, jemanden anzutreiben. Der Sport ist für mich eine schöne Erinnerungen, der mir viele Bekannte verschafft hat und mich an tolle Orte gebracht hat. Aber als ich aufgehört hatte, konnte ich entspannt zu schauen."
Heute stehen für Marita Meier-Koch Familie und Job im Vordergrund. Sie führt also ein ganz normales Leben. Und hat wie so viele Menschen hat auch die ehemalige Weltklassesportlerin Probleme, Zeit und Motivation aufzubringen – um regelmäßig Sport zu treiben!

CHRISTIAN RUTSATZ


2 Kommentare zu „Marita Kochs Weltrekord wird 25 – Eine Läuferin für die Ewigkeit”


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