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Du bist 0381

Herbert Pankau – Der Querkopf

Herbert Pankau – Der Querkopf

Dez 10

Diejenigen unter den 0381-Lesern, die diese Rubrik regelmäßig verfolgen, wissen, dass man nicht gebürtiger Rostocker sein muss, um hier zu Ehren zu kommen. Dies gilt sowohl für die Stadt, als auch für unser Magazin. Aber man sollte diese Stadt in irgendeiner Form geprägt haben, sich um diese oder aber ihre Einwohner verdient gemacht haben.

Heute sitzt Herbert Pankau Modell für unser monatliches Porträt. Herbert Pankau spielte in den 60er Jahren und auch noch ein wenig danach Fußball für den FC Hansa und war einer der ersten Nationalspieler, die der Verein hervorbrachte. Diese Erläuterung ist jenen gewidmet, die sich nur bedingt für Fußball und womöglich auch sonst kaum Interesse für Sport haben. Den anderen ist der Name Pankau sicher ein Begriff. Logisch, vom Fußball und vom FC Hansa, mit dem er die größten (Nicht-) Erfolge  der Vereinsgeschichte feierte. Anderen ist er als langjähriger Präsident des Stadtsportbundes bekannt. Doch der Reihe nach ...
Am 4. Oktober des Kriegsjahres 1941 wurde Herbert Pankau im pommerschen Flatow-Blankwitt geboren. Mit Ende des 2. Weltkrieges verschlug es seine Familie nach Grevesmühlen. In der 50er Jahren war der adoleszente Herbert Pankau ein ebenso begabter Tennisspieler wie Leichtathlet, doch bei der BSG Einheit Grevesmühlen spielte er eben auch Fußball und dieser war seine große Leidenschaft. Das Talent von Pankau wurde schon früh entdeckt und so ging er als 18Jähriger zu Empor Rostock, wo er als Rechter Läufer eingesetzt wurde. Wer hier eine politische Unkorrektheit wähnt, ist selber schuld, schließlich handelt es sich dabei um eine Position im Mittelfeld.
Nun gab es zu jener Zeit keine Profis und schon gar nicht im Arbeiter- und Bauernparadies. Pankau verdiente sein Geld auf dem Bau. Zumindest theoretisch. "Ich bekam damals 500 Mark im Monat und dachte, ich wäre ein König," erinnert er sich. "Mein Betrieb war die Bau-Union, doch gesehen hat man mich da nicht. Ich wurde ja sehr schnell Auswahlspieler und musste dementsprechend oft zweimal täglich trainieren." Also, die Mär vom tugendhaften Amateursport in der DDR sollte nun dahin sein. Das Gehalt kam von den Betrieben und dazu gab es noch Erfolgsgratifikationen. "Die Prämien für die Erfolge mit dem Verein und die Auswahlspiele kamen vom Verband und mit dem sogenannten Blauen Blitz, einem Wartburg. Zur Übergabe wurden wir immer einzeln aufgefordert und quittieren musste ich auch nichts. Wir spielten damals auch nicht nur für Ruhm und Ehre." Derlei Episoden gehen Herbert Pankau flott von den Lippen. Pankau galt schon damals als unangepasster Typ. Dies nahm auch Einfluss auf seine Fußball-Karriere. Kurz nach seinem Start in Rostock, bekam Pankau eine Einladung zu einem Auswahlspiel. Doch da er parallel zu seiner Verpflichtung bei Empor ein Ingenieurstudium in Wismar angefangen hatte, passte ihm diese nicht so recht ins Konzept. " Ich hatte gerade Prüfungen und andere Sorgen, dann bin ich da also hin und habe gesagt, dass ich meine Schuhe vergessen hätte und bin wieder abgehauen. Ein Jahr lang hat man mich dann nicht beachtet." Und auch sein Heim-Trainer fand die Story nicht so richtig gut. Zum Polterabend der angehenden Pankaus erschien Coach Fritzsch trotzdem mit der ganzen Mannschaft. Schließlich wussten alle, dass sie nicht nur einen Querkopf, sondern eben auch auch einen brillanten Fußballer in ihren Reihen hatten. 257 Oberliga und 30 Tore, vier Vize-Meisterschaften und zwei FDGB-Pokal-Endspiele erreichte Pankau mit Hansa. Es war die erfolgreichste Phase des FC Hansa – sozusagen eine "Silberne Generation".
"Wir wurden ständig Zweiter, was für mich bis heute unverständlich ist. Wir hatten eine tolle Mannschaft und haben zum Saisonende immer geschwächelt. Um Meister zu werden, hätte er nach Berlin, Dresden oder Jena wechseln müssen. Dort hätte man ihn gerne genommen. Auch finanziell hätte es sich gelohnt. Doch Pankau fühlte sich wohl in Rostock mit seiner Mannschaft, seinem Studium und seiner Familie. "In den anderen Mannschaften  spielten immer "Ausländer". Wir waren eine Truppe mit fast nur Mecklenburgern. Das gefiel mir. Wenn wir die langen Fahrten zu den Auswärtsspielen gemacht haben, sagten wir immer, dass hinter Laage Sachsen beginnt." Und damals gab es noch keine Autobahn, also war eine Menge Sachsen zu durchreisen. Die fehlenden Titel und seine Unangepasstheit verhinderten eine internationale Karriere aber nicht. Spiele mit Hansa im Messe-Cup z.B. gegen Inter Mailand und den AC Florenz gehören genauso dazu, wie 25 offizielle DDR-Auswahlspiele (das erste 1962 in Bamako gegen Mali) und weitere 17 in der Olympia-Auswahl mit dem Höhepunkt der Qualifikation für die Spiele 1964 in Tokio. Dort errang er mit der Bronze-Medaille seinen größten Erfolg. Die Auslandsreisen wurden oft von Funktionären begleitet, um zu verhindern, dass sich Spieler absetzten. "Die Verlockung gab es schon. Als wir in Montevideo gegen Uruguay 2:0 gewannen, lagen im Hotel Geldscheine auf dem Bett und ein Zettel, wo man sich außerhalb des Hotels treffen solle. Für den Rest würde dann schon gesorgt. Aber warum sollte ich das tun? Ich hatte eine junge Familie und mir ging es gut in Rostock."
Seine internationale Karriere beendete er mit seinem 25. A-Länderspiel im Dezember 1967 in Bukarest mit einem 1:0-Sieg über Rumänien.
Danach spielte er noch bis 1971 für Hansa, denn aus Empor Rostock war im Dezember 1965 der FC Hansa geworden. Pankau ist also ein Hanseat der ersten Stunde, auch wenn er die Gründung aufgrund eines Länderspiels versäumte.
Das Ende seiner Hansa-Ära gilt als typischer Pankau. Als der DFV (eine Art DDR-DFB ohne wirkliche Macht) seine Eigenständigkeit an den DTSB (eine Art DSB, nur mit viel SED) verlor, sollten die Gehälter und Prämien der Spieler gekürzt werden. Dies ging dem frischgebackenen Diplom-Ingenieur "Ökonomie" derart gegen den Strich, dass er mit 31 Jahren kurzerhand seine Oberliga-Karriere, die ihm auch die Vize-Titel als Fußballer und Sportler des Jahres bescherte, beendete und bei den Fußballern von Schifffahrt/Hafen Rostock kickte. Diese führte er übrigens gleich in der ersten Saison erstmals in die 2. DDR-Liga!
Danach war das Thema Fußball für Pankau beendet. Zunächst arbeitete er bei der Deutschen Seereederei und wurde später Fachdirektor für Soziales und Versorgung im nagelneuen Düngemittelwerk in Poppendorf.
Nach der Wende 1989 machte sich Herbert Pankau selbständig und ist bis heute an einer Grundstücksgesellschaft beteiligt.
Seine Geradlinigkeit zu DDR-Zeiten war nach der Wende nicht vergessen. Vertreter von über 100 Vereinen machten den unbequemen, aber gerechten Pankau 1991 zum Präsidenten des Stadt-Sportbundes und bestätigten ihn in dieser ehrenamtlichen Funktion immer wieder.
Zu Hansa äußert sich Pankau kaum. "Um etwas zum Niedergang des Vereins sagen zu dürfen, hätte ich mich selber engagieren müssen. Die aktuelle Mannschaft gefällt mir aber gut, da sie offenbar gut zusammengestellt wurde und schnell zu einem Team gewachsen ist." Ins Stadion geht der "erfolgreiche Rentner", der natürlich Ehrenmitglied bei Hansa ist, nur selten mit seinen vier Enkeln. "Aber einer der Jungs spielt ziemlich gut bei Schifffahrt/Hafen. Da gehe ich regelmäßig hin und fahre auch öfter zu dessen Auswärtsspielen." Ob da ein neuer Pankau heranwächst, der Vize-Titel verspricht?

CHRISTIAN RUTSATZ


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