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Matze v. Geier (38) – Ein Herz für ROPIRATEN und die Schwarze Szene

Matze v. Geier (38) – Ein Herz für ROPIRATEN und die Schwarze Szene

Mrz 11

Manchmal ist es eben wie es ist. Wer kennt die Situation nicht? Es ist spät, fast schon wieder früh. Der Abend war gut oder nicht, aber er braucht das finale Getränk. Das kann das letzte Bier sein oder der abschließende Cuba Libre oder der Gute-Nacht-Mexikaner. Die entscheidende Frage ist oft nicht, was man trinkt, sondern wo man noch etwas bekommt. Im Grunde gibt es nur drei Optionen: das sympathische Cro, das archaische Molotov oder den "ewigen" Geier.

 

Mit diesem Attribut hat letztgenanntes Lokal einen seiner schwerwiegendsten Trümpfe ausgespielt. Nirgends kann man länger verweilen bzw. später einkehren und noch später nach Hause gehen als im Pleitegeier. Oder genauer gesagt, Pleitegeier ZWO.
"Den ersten  Geier gibt es schon ewig nicht mehr. Der musste ja für die neue August-Bebel-Straße weichen. Ach ja, und das neue Theater," erzählt Matze v. Geyer. Und bei letzter Einlassung kann er sich das Feixen nicht ganz verkneifen. Nicht ohne Grund. Doch der  Reihe nach.
Matze ist einer der beiden Chefs vom Pleitegeier ZWO in der Fritz-Reuter-Straße an der Ecke Borwinstraße. Micha, so lautet der Name von Matzes Kompagnon, hatte schon jahrelang im alten, ursprünglichen Pleitegeier gearbeitet, als er seinem Kumpel Matze ebenfalls einen Job in der schäbigen, kalten, verrauchten, aber trotzdem damals unglaublich beliebten Kneipe in einer Baracke  kurz vorm Steintor verschaffte. "Eine Kneipe? Dort?" werden sich jetzt sicher viele Jüngere oder Zugereiste oder jüngere Zugereiste fassungslos fragen. Jawohl! Und der Laden lief!
Dies lag daran, dass er in einem subkulturell-szenigen Bermuda-Dreieck mit dem JAZ an seiner ursprünglichen Stelle gegenüber der Öko-Villa, dem UNPLUGGED, einer längst abgerissenen und schon fast aus den Erinnerungen ihrer einstigen Besucher verblassten vormaligen Fahrzeughalle, die im Spätherbst ihrer Existenz noch einmal schillernd als Party Location aufblühte, und dem Kulturgüterbahnhof lag.
Dann wurde beschlossen, dass Rostock ein neues Theater braucht (an dieser Stelle kann man mal sehen, wie weitsichtig Lokalpolitiker handeln können, schließlich sind seitdem mal so 10 bis 12 Jahre ins Land gegangen und schon wieder wird in Rostock überlegt, wo und wann ein neues Theater gebaut wird. Und ob, ist wahrscheinlich auch nur wahrscheinlich!).
Also wurde das JAZ verlegt, der Pleitegeier und das legendäre Gastmahl des Meeres machten dicht und wurden abgerissenen.

Nun, der Geier war tot, es lebe der Geier!

Also beschlossen Matze und Micha, einen neuen "Pleitegeier" zu eröffnen. "Wir waren uns sicher, dass es Bedarf gab. Die meisten Gäste im alten Geier waren Studenten und jüngere Leute, die zum Großteil aus der KTV kamen. Also lag es nah, in die KTV zu ziehen," erklärt Matze.
Diese Entscheidung fiel ihm ebenso leicht, wie das damit verbundene Ende seiner akademischen Ausbildung. "Ich hatte meine Examensarbeit begonnen, als wir beschlossen, den PG ZWO zu eröffnen. Da Micha schon zuviel Zeit und Herzblut in sein Architekturstudium investiert hatte und ich, ehrlich gesagt, nicht mehr viel Spaß mit meinem Sozialpädagogik-Studium hatte, ergriff ich die Chance zum Ausstieg. Ich hatte lange Spaß mit der Thematik und auch schon während des Zivildienstes Erfahrungen gesammelt. Doch letztlich fühlte ich mich kaputt studiert und hatte richtig Bock auf etwas Neues," so Matze.
Ein Architekt und ein Sozialpädagoge sind nur auf den ersten Blick eine merkwürdige Kneipiers-Konstellation. Doch näher besehen, konnten beide einiges in das gemeinsame Projekt einbringen.
Micha konnte die Vorstellungen der beiden bei der Gestaltung des Lokals umsetzen. Und Matzes Sozialpädagogik-Kenntnisse kamen schon bei so manch dummer Situation zur Anwendung.
Obwohl es selten so heikel war, wie am Abend der Eröffnung am 19. Juli 2001.
Heerscharen von Gästen bevölkerten den Pleitegeier ZWO, dessen Außenanlagen, den Bürgersteig direkt vor den Eingängen und die ganze Kreuzung. Die Polizei rückte an, verteilte Platzverweise und drohte mit Schließung des Ladens.
"In den folgenden Wochen haben wir schon gewaltig um unsere Konzession gebangt, da uns Anwohner, Ordnungsamt und auch die Presse recht argwöhnisch beobachteten," erinnert sich Matze an diese Zeit, "doch auch dank der Hilfe der Brauerei konnten wir weitermachen."
Heute ist der Pleitegeier ZWO aus der KTV und vor allem für Freunde von Rostocker und Live-Fußball nicht mehr wegzudenken. Nun stehen Matze und Micha nicht mehr so häufig selbst am Tresen wie früher. "Wir wollen unserem Team ja keine Schichten wegnehmen und haben mit dem Drumherum auch ganz gut zu tun. Allerdings machen wir von Zeit zu Zeit mal eine Schicht, um uns nicht von der Praxis zu entfernen und damit wir selbst erleben, was wir von unseren Mitarbeitern verlangen."
Seine Freizeit hat Matze der "Elektronischen Körpermusik", besser als EBM bekannt, verschrieben.
So ist Matze einer der Veranstalter der Gotenklang-Partyreihe im JAZ. Dort werden die Freunde u.a  der Musiksparten Wave, Gothic, EBM und "Goffrog" bespaßt. Auch hier ist Matze seit 2001 mit dabei.
Sein anderes Steckenpferd ist das Radio. Keine Sorge, der Mann ist kein leidenschaftlicher Hobby-Bastler, sondern vielmehr hat es ihm das Medium Radio angetan.
"Mit der Stubnitz Radio Show bei ROK-TV fing es für mich an. Wir haben Radio im Fernsehen gemacht. Später hab ich dann beim Veranstaltungsradio mitgemacht und bin bei LOHRO seit Anfang an dabei."
Dort moderiert Matze ein- oder zweimal im Monat den "Schwarzen Kanal", der seinen Jingle tatsächlich von der DDR-Propaganda-Show übernahm.
Und weil ihm das nicht reicht, macht er auch noch beim EBM-Internet-Radio mit, dass von verschiedenen Leuten aus der ganzen Republik mit eigenen Sendungen betrieben wird.
Sobald er ON AIR ist wird aus Geier Matze Intox Matze.
Doch dabei ist er stets der freundliche Typ, der sich in den letzten Jahren kaum verändert hat. Ganz im Gegensatz zu manch spätem Gast, wo man die Verwandlung eines Menschen binnen eines Kneipenabends desöfteren beobachten kann.
Dann bekommt Matze manchmal doch noch die Chance, sein sozialpädagogisches Wissen an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.

CHRISTIAN RUTSATZ


5 Kommentare zu „Matze v. Geier (38) – Ein Herz für ROPIRATEN und die Schwarze Szene”


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