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Du bist 0381

antje niemann

Sep 07

DIE KTV ALS QUELL DER INSPIRATION

Ist Rostock eigentlich eine Kunststadt? Der Umgang mit den Kunststätten der Hansestadt und die Wahrnehmung dieser durch die Öffentlichkeit lässt etwas anderes vermuten. Das jahrelange Gezerre um eine eventuelle Privatisierung der Kunsthalle ist ein leuchtendes Beispiel für den stiefmütterlichen Umgang mit den Kulturstätten in dieser Stadt. Natürlich hapert es wie immer an den Finanzen.



Haushaltskonsolidierung steht, zurecht, höher auf der Agenda der Stadtväter. Schmerzhafte Einschnitte, vor allem im Personalbereich, wurden Rostock aus der Landeshauptstadt verordnet. Dass einige derjenigen, die die Misere mitzuverantworten haben, inzwischen in Schwerin Politik und in Rostock Wirtschaft machen, verstärkt den bitteren Beigeschmack dieser Medizin nur noch. Leidtragende der neuen Sparpolitik sind neben den vielen städtischen Angestellten, die um ihren Arbeitsplatz bangen, vor allem die Kulturträger. Diese, ohnehin mit äußerst kargen Budgets versehen, wandeln aufgrund der Ausgabenbeschränkung der Stadtverwaltung stets am Rande der Pleite. Improvisationskunst und großes persönliches Engagement sind die wichtigsten Eigenschaften, die man als Künstler und Kulturschaffender mitbringen muss. Dabei verfügt Rostock über eine kleine, aber äußerst vitale Kunstszene.

Eines der bekanntesten Gesichter aus dieser Szene gehört Antje Niemann. Unsere „Du bist 0381“ sagt über sich selbst: „Ich bin ein KTV-Kind, da ich weniger als 500 Meter entfernt von meiner jetzigen Wohnung geboren wurde!“ Inzwischen wohnt sie seit 10 Jahren wieder hier. "Warum? Es ist ein unheimlich bequemes Viertel. Ich arbeite hier, meine Freunde auch. Mein Leben spielt sich hier ab. Ich gehöre einfach hierher.“

Aufgewachsen in Evershagen, ging sie dort zunächst auch zur Schule; später wechselte sie nach Brinckmansdorf.

Dass sie künstlerisch tätig sein wollte, beschloss Antje Niemann früh. Schon als Kind bastelte sie aus Pflanzen kleine Objekte und gestaltete die Bücher ihres Bruders um. Und ihr Talent blieb nicht unbemerkt: "Ich hatte eine tolle Kunstlehrerin, die unsere Kreativität  förderte. Sie sorgte auch dafür, dass ich an Kunst-Arbeitsgemeinschaften teilnehmen durfte, obwohl ich eigentlich noch nicht alt genug dafür war.“

Nach der Schulzeit stellte sich wie bei sovielen Schulabgängern die Frage, was nun...tun? Antje entschloss sich eine Lehre zur Köchin zu machen. "Das war nicht so toll, doch ich hatte Glück, denn gerade zu dieser Zeit kam die Wende. So kam es, dass ich nur zwei Jahren zu lernen brauchte. Danach habe ich einiges ausprobiert und mich umgeschaut, wie es weitergehen sollte.“ Weiter ging es dann an der Fachoberschule für Ernährung. Diese schloss Antje mit dem Erwerb der Fachhochschulreife ab. Schon damals hatte sie nebenher Kurse an der Rostocker Kunstschule belegt.

So lag es nah, dass Antje anschließend ein Studium an der Kunsthochschule in Heiligendamm aufnahm. „Das Studium in Heiligendamm war wunderschön. Ich bin total froh, dass ich dort studieren durfte.“ Wie Antje Niemann schwärmen wohl alle Absolventen von den einmaligen Studienbedingungen in Heiligendamm. Doch diese Kulturenklave wurde geschlossen und der Studiengang nach Wismar verlegt, wo auch Antje ihren Diplomabschluss in Graphik-Design machte. Anschließend stellte sich - mal wieder - die Frage, wie es weiter geht. Nach einem halben Jahr schöpferischer Pause begann Antje Niemann dann als Selbständige zu arbeiten. „Ich habe angefangen, Kurse in Malerei, Graphik und Kunstpädagogik zu geben. Außerdem wurde ich Mitglied in einer Ateliergemeinschaft im Kulturgüterbahnhof, den es ja leider nicht mehr gibt.“

Heute arbeitet Antje Niemann als Dozentin an der Kunstschule Rostock in der FRIEDA 23 und natürlich zu Hause in ihrem Atelier. Und auch Kunst am Bau gehört zu ihrem Metier. So war sie z.B. an der Gestaltung der Störtebeker-Schule beteiligt und hat auch schon mal eine Turnhalle verschönert. Viel Spaß bereitete ihr auch die Arbeit mit Kindern. „Ich habe mal mit Kindern zusammen ein Transformatorenhäuschen gestaltet. Die Kleinen haben Vorschläge gemacht und diese haben wir dann gemeinsam umgesetzt. Ein schönes Projekt, weil sich die Einwohner natürlich über einen solchen Farbtupfer freuen. Und auch für die Kids und ihre Eltern ist es toll, weil sie das Ergebnis ihrer Ideen direkt vor Augen haben.“

Doch im Vordergrund steht für Antje Niemann natürlich ihre eigene Arbeit und deren Entwicklung. „Während der letzten Jahre beobachte ich in meinen Arbeiten eine Hinwendung zum Ungegenständlichen. Waren die Motive vorher klar dem Thema zuzuordnen, wird es nun weniger eindeutig.“ Auch was die Materialien angeht, will Antje Niemann sich nicht festlegen. „Ich bin bei meinen Arbeiten gerne so experimentierfreudig wie es geht bzw. wie die Materialien es zulassen, was wohl der Grund ist, warum unter den meisten meiner Arbeiten „Mischtechnik“ oder „Collage“ steht“. Und die Bandbreite der verwendeten Materialien ist groß: Gips, Papier, Zeitung, alte Tapeten, Acryl-, Wand-, Tempera- und Offsetdruckfarbe.

Inspiration findet Antje überall. Beim Spaziergang durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt stößt sie häufig auf Situationen oder Motive, die dann später in ihre Arbeit einfließen. „Ich schlendere oft sehr langsam durch die Straßen, weil mich Sachen in ihren Bann ziehen. Das können beklebte E-Kästen, Graffitis, aber auch Menschen sein. Oft sind die Objekte, die man auf der Straße findet, so faszinierend, dass ich einfach nur einen Bilderrahmen drumherum stellen möchte. Weil sie perfekt sind!“

Der Drang zum Perfektionismus wirkt sich natürlich auf die Arbeitsweise aus. „Manchmal arbeite ich echt lange an einer Sache, finde diese dann scheiße, stelle sie in die Ecke und fasse sie erst Wochen später wieder an.“ Dies ist der Grund dafür, dass die Arbeitsdauer extrem unterschiedlich ist.

„Ich arbeite phasenweise; sammle Inspiration und dann gehts irgendwann los. Dann passiert es schon mal, dass ich zwei Wochen durcharbeite.“

Die Frage nach Lieblingsstücken können wir Antje Niemann nicht ersparen: „Natürlich gibt es Arbeiten, die mir auf unerklärliche Art ans Herz gewachsen sind, und die ich dann auch bei mir zu Hause aufhänge. Was ungewöhnlich ist, weil sonst keine eigene Stücke in der Wohnung habe, weil ich diese sonst ständig analysiere.“ .

Für die Zukunft hat Antje Niemann verschiedene Pläne. So will Antje in nächster Zeit ihren Internetauftritt pimpen, hat verschiedene Projekte und Auftragsarbeiten in Planung und will ihre Werke nun auch in anderen Städten ausstellen. Doch zunächst fährt sie mit einer Freundin für einige Tage nach Danzig. „Ich mache viel zu selten Urlaub, freue mich also total auf diese Reise.“ Um danach mit frischer Energie ihre Arbeit fortzuführen.   

Von CHRISTIAN RUTSATZ                     


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