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Edgar Sheridan-Braun – DIRIGENT UND DIREKTOR

Edgar Sheridan-Braun – DIRIGENT UND DIREKTOR

Mrz 14

Der Blick auf den Rosengarten krönt das aufgeräumt daher kommende Büro des Hausherren. Edgar Sheridan-Braun ist angekommen im Rostocker "Haus der Musik", das früher die Große Stadtschule war und heute die Welt-Musik-Schule "Carl Orff" und das Konservatorium "Rudolf Wagner-Regeny" beherbergt.

2500 Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene werden hier musikalisch geschult. Etwas mehr als die Hälfte gehören zum Konservatorium, dessen Leitung Edgar Sheridan-Braun kurz nach der Jahrtausendwende übernahm. Damals war das Konservatorium noch am Schillerplatz. Der Name Sheridan-Braun – dessen ersten Teil er seiner aus England stammenden ersten Gattin verdankt – steht für den erfolgreichen Standortwechsel, der ihm das eine oder andere graue Haar eingetragen hat.
Doch fangen wir am Anfang an. Edgar Braun wuchs in den 60er Jahren in Friedrichshafen am Bodensee auf, wo er 1976 das Abitur ablegte. Er stammt aus einer musikalischen Familie, wurde aber deren erster Musiker. Vier Instrumente hat Sheridan-Braun erlernt: Klavier, Orgel, Cello und Posaune. Doch bestreitet er heute vehement das Beherrschen aller vier. "Nur" das Klavier und die Orgel sind heute sein Handwerkszeug. Dem Studienabschluss in Schulmusik folgte ein "Upgrade" zum Kapellmeister in Hamburg. Es schlossen sich erste Engagements an Theatern in Bremen und Flensburg an, bevor er 1992 dem Ruf nach Rostock folgte. "Im Theater wechselt man zu Beginn des Berufslebens recht häufig die Häuser, im Schnitt etwa alle vier Jahre," erklärt Sheridan-Braun, "Ein Studienfreund, der erster westdeutscher Kapellmeister am Volkstheater war und sich neu orientierte, holte mich hier her. Da ich privat einen Neuanfang brauchte, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Und so beschloss ich, "übergangsweise" nach Rostock zu gehen." Nun, aus dem Übergang sind inzwischen 22 Jahre geworden, "solange wie nie an einem Ort".
Der Empfang in Rostock fiel sowohl herzlich, als auch eindrücklich aus. "Am Volkstheater begegnete man mir sehr warmherzig. Trotz der schwierigen Zeit kurz nach der Wende, herrschte ein tolles solidarisches Klima im Ensemble. Dies erleichterte mir den Anfang hier ungemein, auch wenn es beruflich mit sechs Intendanten in acht Jahren ausgesprochen wechselvoll war."
Doch Sheridan-Braun fehlte eine Wohnung! "Zunächst fand ich Unterkunft im sogenannten Blauen Haus im Patriotischen Weg, wo eigentlich Gast-Schauspieler und -musiker untergebracht wurden. Doch dort konnte ich ja nicht einziehen. Da offenbar großer Wohnungsmangel herrschte, sollte ich mir einen Wohnberechtigungsschein besorgen. Im dafür zuständigen Amt wurde ich gefragt, was ich denn in Rostock wolle. Warum ich einen Job in Flensburg aufgab, um nach Rostock zu ziehen! Und so bekam ich keinen Wohnberechtigungsschein und war bei meiner Wohnungssuche auf mich gestellt."
Nun ist der heurige und hiesige Immobilienmarkt zwar auch kein Selbstbedienungsladen, doch vor 22 Jahren wurde grade erst mit der dringend notwendigen Sanierung der Viertel begonnen und die Immobilienmakler waren damit beschäftigt, Häuser zu vershökern. Wie es damals in der KTV aussah, kann man eindrucksvoll in der Reportage "Rostock von ganz unten" aus jener Zeit bei Youtube und Vimeo sehen.
Da also der Amtsschimmel nur amüsiert wieherte, aber nicht helfen wollte, war nun Eigeninitiative gefordert. "Ich setzte mich also in meinen alten Fiat und fuhr durch die Straßen. So lernte ich die Stadt und die Menschen kennen, denn ich sprach die Leute auf der Straße an und fragte, ob sie wüssten, wo eine Wohnung frei wäre. Aber es war nichts zu machen, obwohl damals viele Menschen Rostock verließen!"
Fündig wurde der Kapellmeister  – man halte sich fest – in Lambrechtshagen. Und da auch nicht so, wie man es sich heute vorstellt, in einem Einfamilienhaus, sondern in einem  Gartenhaus! "Ich war froh, dass meine verzweifelte Suche erstmal ein Ende hatte. Meine neue Bleibe war zwar nicht sonderlich geräumig, aber immerhin konnte ich endlich meine  Möbel aus Flensburg holen. Doch ich musste mich von meinem Flügel trennen, da für diesen kein Platz übrig war."
Das Datum seines Einzugs in die idyllischen vier Wände brauchte Edgar Sheridan-Braun sich nicht notieren, da dieser an den unrühmlichsten Tagen der Rostocker Geschichte stattfand. "Als ich meinen Miettransporter zurück in die Stadt bringen wollte, waren die Straßen voller Polizeifahrzeuge. Es müssen hunderte  gewesen sein. Ich dachte bei mir "Ist etwa Kohl da ...?"
Später erfuhr er dann aus den Nachrichten, dass in Lichtenhagen die berüchtigten Ausschreitungen an der dortigen Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber im Gange waren.
So unrühmlich sich die Stadt auch zunächst präsentierte, Sheridan-Braun wurde schnell warm mit Rostock. Beruflich und auch privat.
Schon 1993 wurde ihm von der damaligen Konservatoriumschefin und späteren Kulturpreisträgerin Renate Oehme parallel zu seiner Tätigkeit am Theater die Leitung des Jugend-sinfonie-Orchesters angetragen, die er bis heute inne hat. Damals erwuchs in Sheridan-Braun Interesse an der Leitung einer Musikschule. Jahre später wurde ihm signalisiert, dass Frau Oehme in den Ruhestand gehen wollte. "Nun galt es zu handeln. Ich absolvierte einen Lehrgang, um die Befähigung zur Leitung einer Musikschule zu erlangen. Anschließend bewarb ich mich um den Posten und hatte das Glück, am Ende des Auswahlverfahrens gewählt zu werden."
Doch seine Vorstellungen vom künstlerischen Arbeitsinhalt erwies sich als teilillusorisch. Tatsächlich wurde die Bürokratie zum Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Und Politik.
Kaum im neuen Amt, wurde Sheridan-Braun damit konfrontiert, dass die Bürgerschaft den Standort des Konservatoriums am Schillerplatz infrage stellte. Die Haushaltslage hatte sich dramatisch verschlechtert und so beschlossen die Abgeordneten, statt Geld in die Renovierung zu stecken, welches durch den Verkauf einzunehmen. Da gleichzeitig die Standortfrage des Innerstädtischen Gymnasiums zu Gunsten des Goetheplatzes geklärt wurde, meldete Sheridan-Braun Interesse an der Großen Stadtschule an. Und wurde dafür ausgelacht!
Doch dann begann auch der neue OB Methling sich für den Umzug des Konservatoriums zum Rosengarten stark zu machen. Nach langem und zähem Ringen gelang es schließlich, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Nun konnte saniert und umgestaltet werden.
Heute lernen 1400 Kinder am Konservatorium. Und hätte er die Mittel, könnte Sheridan-Braun sofort 500 weitere von der Warteliste aufnehmen. Doch angesichts knapper Kassen ist dies Zukunftsmusik. Obwohl der musikalische Versorgungsgrad mit derzeit 1,13% weit unter dem Bundesschnitt liegt, leisten die Mitarbeiter und Schüler des Hauses viel, um ein attraktives Kulturprogramm zu offerieren. "Wir sind nach dem Volkstheater und der HMT die dritte Säule der musikalischen Grundversorgung. Auch für die Musikschullandschaft in M-V ist unser Haus ein enormer Gewinn. Zahlreiche Teilnehmer und Preisträger bei den Landes- und Bundeswettbewerben zu "Jugend musiziert" sind aus unserem Haus hervorgegangen." berichtet Sheridan-Braun mit berechtigtem Stolz. Neben seiner Funktion als Lehranstalt hat sich das Haus der Musik auch zum beliebten Veranstaltungsort entwickelt. Für externe, aber auch konservatoriumseigene Events, wie die Schülerkonzerte am 14. und 15. März.
Bei diesen wird dann vielleicht auch Sheridan-Brauns Tochter mitwirken, die aus seiner Ehe mit der Sängerin Christine Blumeier-Braun hervorging. Kein Wunder, bei diesen Genen …

CHRISTIAN RUTSATZ


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