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Barbara Becker

Jan 08

DIE HÜTERIN DES JACKPOTS

43.000.000!!! Was könnte man damit kaufen? Egal, von allem ’ne ganze Menge! Nun, die 43 Millionen Euro sind über die ganze Republik verteilt, und der Mega-Jackpot-Hype ist erstmal vorbei.


Doch dies hält Millionen Lotto-Spieler nicht davon ab, Woche für Woche ihren Schein, ob nun in einer der allein 570 Annahmestellen in M-V oder im Internet, auszufüllen und vom ganz großen Gewinn zu träumen. Und damit bei der Erfüllung dieses Traumes nichts schief geht, wachen zahlreiche Mitarbeiter von Lotto-MV darüber, dass es keine Unregelmäßigkeiten gibt. Geleitet wird das ganze Unternehmen von Barbara Becker. Und diese mag es gar nicht, wenn man sie als Lotto-Fee oder -Königin bezeichnet. "Ich bin keine Lotto-Königin, sondern führe ein großes Unternehmen, das im letzten Jahr einen Umsatz von 130 Millionen Euro gemacht hat und mit dem 2000 Menschen in M-V ihr Geld verdienen, was Vielen vielleicht gar nicht so bewusst ist. Ich bin also keine Lotto-Fee, die mit dem Füllhorn durchs Land reist, sondern dem Land und den Mitspielern verpflichtet, schließlich muss das Geschäft garantiert sicher ablaufen."

Doch wie wird man eigentlich oberste Grals-, nein, Jackpot-Hüterin des Landes? Natürlich gibt es da keinen direkten Weg. Frau Becker wollte Journalistin werden, wurde jedoch früh gewahr, dass dieser Beruf fast ausschließlich Kindern aus Arbeiterfamilien vorbehalten war. Die Reportagen des französischen Wissenschaftlers Jacques Costeau weckten ihren Wunsch, Fischereibiologin zu werden. Doch auch dieser Weg war verbaut, so dass sie aus Trotz eine Ausbildung zum Fischwirt machen wollte, um dann zu ihrem Traumstudium delegiert zu werden. Nun, auch daraus wurde nichts, so dass sie letztlich fast freiwillig in Rostock ein Studium der Fachrichtung Landtechnik aufnahm. Damals sollten von staatlicher Seite "Frauen in die Technik" gelenkt werden. Die gebürtige Stralsunderin war also eine der ersten Frauen in diesem Studiengang. Doch da sie ja etwas anderes studieren wollte, hielten sich Engagement und Motivation in Grenzen. "Ich bin ohne größere Anstrengung durch die Schulzeit gekommen. Nun musste ich erstmals erleben, dass ich durch eine Prüfung rauschen kann und lernte, Hilfe anzunehmen." An dieser Stelle war dann ein Punkt erreicht, an dem Barbara Beckers Ehrgeiz angestachelt war, und sie sich sagte, "jetzt ziehe ich durch".

"So bin ich zu diesem wunderbaren technischen Diplom für Instandhaltungstechnik gekommen und habe dann anschließend angefangen, in Sanitz zu arbeiten. Aber es war nicht die Erfüllung." Später legte Barbara Becker eine pädagogische Eignungsprüfung ab, und begann 1980 auf der Warnow-Werft - als PA-Lehrerin. Diese Arbeit machte zwar Spaß, war aber auch nicht die Erfüllung. Doch eine Besserung bahnte sich an: nun stand Frau Becker auf der Warteliste für eine neue, geradezu revolutionäre Abteilung des Warnemünder Schiffbaubetriebes. Hier konnte unsere Heldin ihre Affinität zur Rechentechnik ausleben, denn das Computerzeitalter hielt auch in der  DDR Einzug. "Wir haben Lastanhänger für PKW und Fahrgestelle für Wohnwagen produziert. Unser nagelneues Produktionsplanungssystem (PPS) stand kurz vor dem Abschluss, doch dann kam die Wende und mit ihr fertige PPS aus Westeuropa," erinnert sich Barbara Becker an diese aufregende Zeit. Schnell erkannte sie, dass die Konsumgüterproduktion aus der DDR und auch die heimische Software chancenlos auf dem Markt waren. So kündigte sie und beschloss ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. "Ich wusste, dass ich viel kann. Irgendjemand musste damit etwas anfangen können." Sie sah die Wende von Anfang an als Chance - trotz der Unsicherheiten, die vielen Menschen Angst machte. Barbara Becker fing bei der IHK an, und rief gemeinsam mit einem Physiker das "Mikrocomputerzentrum der IHK" ins Leben. "Dies war die tollste Zeit," erzählt sie und dabei leuchten ihre blauen Augen, "wir haben kleine und mittelständische Unternehmen beraten, Word-Kurse gegeben und Schulungen und Prüfungen in EDV gemacht. Dabei waren auch viele junge Frauen mit Kindern. Den Kleinen habe ich mit dem Spiel "Prince of Persia" den Umgang mit dem Computer beigebracht." Neben dieser Tätigkeit, aber nicht nebenbei, studierte Barbara Becker postgradual und erfolgreich BWL.

1991 war ihr dann ihr ganz persönliches Lotto-Glück hold: Eines Tages zeigte ihr ein Kollege eine Zeitungsanzeige, in der die Stelle des "Geschäftsführers Lotto-MV" ausgeschrieben war. Er meinte: "Die suchen Dich!" Sie sagte: "Das ist Blödsinn. Der Job ist doch längst vergeben." Und obwohl sie äußerst skeptisch in Bezug auf ihre Chancen war, schickte sie eine Bewerbung ab und wurde prompt zum Vorstellungsgespräch gebeten, bei dem sie, nach eigener Aussage, locker flockig daherkam, da sie noch immer nicht daran glaubte, dass sie eine echte Chance auf den Posten hätte. Dies änderte sich mit zwei weiteren Runden, zu denen sie eingeladen wurde. "Als ich vor dem Aufsichtsrat antreten durfte, war ich dann doch beeindruckt. Mir pochte das Herz, wie zuletzt bei meinem ersten Konzertauftritt mit sechs Jahren!"

Doch dann schienen sich ihre Befürchtungen bezüglich der Vergabe des Jobs zu bestätigen: man hatte sich für einen anderen der drei verbliebenen Kandidaten entschieden. Umso größer die Überraschung, als sie wenig später im Finanzministerium gebeten doch zur Geschäftsführerin des Landeslotterie bestellt wurde. Als sie den neuen Job antrat, wusste sie nur, dass dieser ihrem Faible für Rechentechnik und Kommunikationsbereitschaft entgegenkam. Ihr Innovationswille machte sie zur "Mutter" des "singenden" Siemens-Nixdorf-Lottoterminals, der per Melodie über Gewinn oder Nichtgewinn in der Annahmestelle informiert. Die Einführung dieses Geräts war ein relativ großes Risiko, "...da ich damals eine Zeichnung und einen Papp-Dummy kaufte." Heute wird das Gerät von 12 anderen Lottogesellschaften verwandt.

Nun ist Barbara Becker schon seit 16 Jahren Lotto-Chefin in unserem Land, hat 30 Menschen zu Millionären "gemacht" und durfte sogar einige Gewinner informieren und  besuchen. Gerne erinnert sie sich an einen besonderen Fall, wobei die Überbringung von millionenschweren Nachrichten natürlich nie Routine wird. So fuhr sie mit einem Mitarbeiter aufs Land, und hatte die Erwartung einer jungen Gewinnerin. Umso größer die Überraschung, als ein älterer Herr die Tür an der angegebenen Adresse öffnete. Auf Nachfrage holte dieser seine Tochter, und da die Gewinnbenachrichtigung vertraulich vollzogen werden muss, wurde "Vati" erstmal in den Keller geschickt. "Die Tochter hatte schon was im Radio gehört, aber als sie dann erfuhr wieviel, war sie doch sehr gerührt, und mir ging es nicht anders. Als der Vater zurück kam, und uns beide heulend im Wohnzimmer sah, meinte er: "Was haben Sie mit meiner Tochter gemacht?" - Als sie ihm den Lottogewinn eröffnete, hatte er sich als erster gefasst und meinte, nun könne sie sich endlich ein neues Auto kaufen! "Als es dann ans Ausfüllen der Formulare ging, meinte die Tochter, dass sie sich beeilen müsse,da sie pünktlich zum Dienst müsse." Ähnlichen Umgang mit dem Reichtum empfiehlt Barbara Becker allen Gewinnern. Man solle sich klar machen, wie man sein weiteres Leben plane und nur wenige Menschen informieren.

Und hat jemand, der täglich die Träume anderer erfüllen soll, auch eigene Wünsche, deren Erfüllung noch ausstehen? Da braucht die musikbegeisterte Lotto-Lady nicht lange nachdenken: "Ich nehme derzeit Klavierunterricht bei einer entzückenden Chinesin von der HMT. Mein Traum wäre es, das 1. Klavierkonzert von Beethoven oder Tschaikowski öffentlich zu spielen - obwohl," fügt sie lächelnd hinzu", Jacques Costeau zu sein, immer noch toll wäre!"

Von CHRISTIAN RUTSATZ



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