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Musik

Tausend wirre Worte bringen uns nach Hause

Tausend wirre Worte bringen uns nach Hause

Mrz 11

 

WIR SIND HELDEN im Interview

 

Bereits Ende Januar 2011 haben WIR SIND HELDEN ein Best-Of-Album released: "Tausend wirre Worte – Lieblingslieder 2002-2010". Es versteht sich als Schnittmenge der Favoriten von Fans und Band, 19 Songs, die die musikalische und persönliche Entwicklung der Band nachzeichnen, nicht chronologisch, sondern stimmungsmäßig sortiert. Viele von diesen aber natürlich auch andere von ihrem aktuellen Album "Bring mich nach Hause" erwarten uns am 20. März im M.A.U. Club. Vorab durfte euer Lieblings-Magazin mit Frontfrau Judith telefonieren und ihr einige Anekdoten vom Songschreiben über den Frauentag bis hin zu Erinnerungen an Rostock entlocken.

 

WIR SIND HELDEN spielen am 20.03.2011 im MAU Club. Karten gibt es hier.

 

 

0381-MAGAZIN: Wobei stören wir dich gerade?
Judith: Ich habe heute frei und habe mir ein paar Interviews auf diesen Tag gelegt, also eigentlich ist es ein schöner Tag.

0381-MAGAZIN: Wie ist das bei Interviewanfragen, teilt ihr die auf in der Band?
Judith: Also es ist schon so, dass wir immer versuchen, das aufzuteilen. Ich muss das nicht alles alleine abreißen.

0381-MAGAZIN: Bodo Wartke hat mit dir zusammen in einem Workshop seinen und du euren Denkmal-Song geschrieben.
Judith: Oh ja, daran kann ich mich noch gut erinnern. Bodo und ich haben schon mehrere Workshops zusammen gemacht. Das Lied war im Grunde eine Art Hausaufgabe. "Einen Song zu einem Denkmal zu machen, wie denkbar unsexy", dachte ich damals. Eigentlich konnte aus meiner Erwartungshaltung heraus nur ein sehr betuliches und beschauliches Stück Musik heraus kommen. Bei einem Spaziergang hatte ich dann ziemlich schnell diese Idee von einer versteinerten Beziehung. Heute ist das Lied eigentlich ein gutes Beispiel dafür, dass die schönsten Songs aus etwas entstehen können, was im Grunde Quatsch ist. Der Song "Us" von der von mir sehr geschätzten Regina Spektor beginnt übrigens mit "They made a statue of us and put it on a mountain top".

Ähnlich ist es übrigens mit „Wolfgang und Brigitte” vom neuen Album. Das Thema stammt eigentlich von Pola. Der meinte: „Mach mal was dazu.“ Das fand ich auch erst doof und dann ging das Schreiben auf einer Autofahrt irgendwie ganz fix.

0381-MAGAZIN: Wenn man deutsch singt, dann kann das auch ganz schnell gefährlich sein. Eine Band hier aus Rostock erzählte mir kürzlich, sie hätten ein PUR-O-Meter, welches ausschlägt, wenn etwas zu seicht, plakativ oder schlagermäßig wird.

Judith: (lacht) Das ist ein guter Ausdruck. Also beim Schreiben habe ich einen ziemlich guten Filter. Ich bilde mir das jedenfalls ein. Der lässt eigentlich nichts durch, was sich irgendwie komisch anfühlt. Ich habe übrigens beim Schreiben auch immer schon eher das Gefühl, ich würde mir selbst bereits zuhören. Dadurch kommt, glaube ich, nichts Schreckliches heraus. Grundsätzlich bin ich aber ziemlich froh, dass nicht mehr jede neue Band auf Deutsch singen muss, denn man versteht ja dann leider auch alles. Und oft ist es besser, wenn sich der gnädige Mantel des Englischen über die pubertäre Sprache und die Liebesexkurse der Bands legt.

0381-MAGAZIN: Hat der Internationale Weltfrauentag am 8. März für dich eine Bedeutung?
Judith: Also den Tag habe ich nicht richtig auf dem Schirm, wenn ich ehrlich bin. Natürlich muss ich zugeben, dass die Frauenbewegung in den letzten Jahrzehnten viel gerissen hat. Wenn man mal überlegt, dass meine Mutter im Restaurant noch alleine irgendwo platziert wurde, so dass sie niemand sieht – allein beim Essen – dann ist das schon echt gut, wie weit wir heute sind. Solche Gedenktage sind also insofern sinnvoll, als dass sie verdeutlichen, dass es nicht immer um die Probleme der anderen geht. Man darf sich ruhig selbst mal fragen, wie emanzipiert man eigentlich wirklich ist. Wenn es hart auf hart kommt, dann sind viele Frauen nämlich gar nicht so weit, wie sie sich das vorstellen. "Arbeit" und/oder "Kinder" bekommen dann plötzlich ganz dicke Mauern um sich herum, hinter denen dann genau die Frauen hocken, die es selbst nicht für möglich gehalten haben.

0381-Magazin: Kochst du gern für euch zuhause?

Judith: Ich habe mal sehr gern gekocht, aber das ist wirklich eine der Sachen, die mit so einem komischen Beruf nicht mehr richtig funktionieren. Es gibt so wenig Regelmäßigkeit, wenn man alle vier Tage woanders ist. Um gut zu kochen, muss man aber regelmäßig einkaufen, einen Überblick über alles Frische und Gammelige behalten und echtes „Haushalts-Micro-Timing“ besitzen. Auf Tour wird man zudem ständig gut bekocht. Das ist eine ganz schöne Umstellung, wenn eigentlich immer Essen herum steht.


0381-MAGAZIN: Was verbindet ihr mit Rostock?
Judith: Sehr deutlich sind mir noch die G8-Gipfel-Bilder in Erinnerung. Wir waren damals mit Klein-Friedrich in so einem Oma-Hotel direkt unten am Hafen untergebracht. Irgendwann bekamen wir mit, dass es ganz in der Nähe zeitgleich die ganze Aufruhr gab und wir eigentlich regelrecht eingekesselt waren. Mit einem acht Monate alten Baby ist das nur mittellustig. Die ganze Zeit fragten wir uns natürlich, ob wir da jetzt spielen sollten und wie das sein würde. Dann wurden wir auch noch mit einem Boot über die Warnow zum Hafen geshuttlet, weil man da nicht mehr durch kam. Aber letztlich war das ein total tolles Konzert, weil man richtig gemerkt hat, dass die Menschen, die einfach nur friedlich demonstrieren wollten, extrem erleichtert über eine musikalische Abwechslung waren.

0381-MAGAZIN: Wer macht in eurer Familie den tendenziell unbeliebtesten Job und räumt das Kinderzimmer auf?
Judith: Bei uns ist, glaube ich, noch viel unbeliebter, dass jemand nachts aufstehen muss. Wir haben ja immer noch ein Kind, welches nachts dreimal aufwacht. Man ertappt sich dabei, dass man dann sogar mit dem Anderen wettrüstet. Nach dem Motto: "Du bist zwar müde, das bin ich auch – aber ich habe außerdem noch Kopfschmerzen. Steh du also bitte auf." Pola und ich verhandeln richtig, aber das ist sicher normal. Die Zimmer räume tatsächlich ich auf und das eigentlich auch ganz gern.

0381-MAGAZIN: Was ist eigentlich am schwersten in eurem Beruf?
Judith: Es ist schon nicht ganz einfach, so lange mit der Musik spazieren zu gehen. Songs schreiben ist für mich zum Beispiel unheimlich befriedigend. Ich kann es oft einfach auch nicht besser sagen, als ich es mit dem jeweiligen Song tue. Aber "über Musik reden" ist immer eher schwierig für mich. Und selbst wenn es Spaß macht, die eigenen Songs zu spielen, so bekommen die Lieder als Element live eher selten Wahrheit. Wenn wir im Studio sind, dann mag es zwischendurch auch mal kompliziert sein, aber grundsätzlich ist es ein toller Prozess. Die Entstehung von "Bring mich nach Hause" waren für mich bisher übrigens die tollsten drei Monate unserer Bandgeschichte.

0381-MAGAZIN: Es gibt eine Radiosendung, die heißt "Was ist Musik?" Wie würdest du das beantworten?
Judith: Gute Frage. Also für mich ist Sprache an sich schon etwas, das mir hilft, Gefühle durch die Gegend zu transportieren und Orte zu erforschen, die man sonst vielleicht meidet oder gar nicht erreichen kann. Wenn aber noch Musik hinzu kommt und sich mit dieser Sprache verbindet, dann wird es zusammen größer als ich selbst.

0381-MAGAZIN: Werdet ihr live auch Gastmusiker auf der Bühne haben oder war das nur fürs Studio und das letzte Album so?
Judith: Auf jeden Fall ist Jörg Holdinghausen [Bassist von "Tele" und Musiker in Polas Band "Per Anders", Anm.d.Red.] auch live am Bass dabei. Außerdem steht Ruben Scheffler an den Keyboards. Das wird wieder ein großer Spaß für uns, denn wir haben die Hände frei, all‘ die neuen Instrumente von der Platte auch live auszuprobieren, also ein Akkordeon, ein Banjo, eine Ukulele. Es fühlt sich für uns ein bisschen so an, als ob da eine ganz neue Band auf der Bühne steht.


GESINE SCHUER


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