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INTERVIEW MIT CHRISTOF LANGE, LEITER UND REGISSEUR DER FTJ

INTERVIEW MIT CHRISTOF LANGE, LEITER UND REGISSEUR DER FTJ

Mrz 11
Ein gutes halbes Jahr ist es her, seitdem die neueste Theatergruppe Rostocks - die Freie Theater Jugend - ihre erste Premiere mit der Romanadaption "In meinem Himmel" im Peter-Weiss-Haus feierte. Dieser Tage folgt die zweite Inszenierung "Bis zum Anschlag". Ein Stück über die rechtsextremen Ausschreitungen am Sonnenblumenhaus in Rostock Lichtenhagen 1992. Das Drama wurde erneut in Szene gesetzt und geschrieben vom Gründer und Leiter der FTJ, Christof Lange.


Die Anschläge 1992. Ein Thema, welches bald zwanzig Jahre zurück liegt. Ist das überhaupt noch aktuell genug?

Das wurde ich in den letzten Wochen schon einige Male gefragt. In einer Welt ohne Sarrazins Rassentheorien, ohne Kopftuchdebatte, ohne Naziläden in der KTV und ohne ständige Vorurteile gegen ausländische Mitmenschen würde ich das verneinen, aber wir leben in einer solchen Welt. In einem solchen Deutschland. Viele Leute verschließen nur die Augen davor, so wie es 1992 schon war.


Meinst du damit, dass die Leute - insbesondere die Rostocker - ein wenig Berührungsängste vor dem Thema haben?

Das mit Sicherheit, was ja auch verständlich ist. Man möchte ungern ein Teil eines solchen Ereignisses sein. Bei meinen Recherchen zum Stück habe ich mit vielen Leuten gesprochen. Auf der Straße und so weiter. Habe gefragt, wie ihre Erfahrungen aussehen und wie heute ihre Meinung dazu ist. Viele haben ganz abgeblockt oder nur gemeint, dass sie nichts dazu sagen könnten. Der Großteil hat den Neonazis die Schuld gegeben. Das hat mir gezeigt, dass es eindeutig Aufklärungsbedarf bei diesem Thema gibt. Die ersten Steine in das Sonnenblumenhaus warfen Jugendliche und unzufriedene Anwohner - die Neonazis kamen erst später. Daher ist die wesentliche Frage des Stückes, wie es dazu kommen konnte und was normale Menschen zu solchen Tyrannen machte.


"Bis zum Anschlag" beginnt kurz vor der Wende.. Liegt deiner Meinung nach dort der Ursprung des Problems?

Ich bin keinesfalls ein Verfechter davon, dass die Wiedervereinigung der Ursprung allen Übels ist. Der Mauerfall ist das Beste, was mit den beiden deutschen Staaten passieren konnte, doch wurden damit auch Dinge ins Rollen gebracht, die in der Schnelle der Zeit nicht zu kontrollieren waren. Die zwei Länder haben sich unterschiedlich entwickelt und es hätte viel mehr Zeit und Vorarbeit benötigt, um das Ganze reibungslos über die Bühne zu bringen. Doch damals wollte man das nicht sehen, da die Idee der Wiedervereinigung zu reizvoll war. Das ist, als würde man eine Matroschka auf eine Actionfigur stülpen und sich dann beschweren, das man nicht ordentlich damit spielen kann.


Die Darsteller des Stückes sind zwischen 16 und 23 Jahren alt. Du selbst bist ebenfalls 23. Viele von euch haben die Ausschreitungen in Lichtenhagen also sehr jung oder gar nicht miterlebt. Könnt ihr denn Bezug zum Stück aufbauen und sind die Akteure überhaupt reif genug, um die Thematik zu greifen?

Mit "In meinem Himmel" haben wir bewiesen, dass wir unsere Themen sehr ernst nehmen. Da ging es um Mord und Vergewaltigung von Kindern. Wir haben danach viel Lob bekommen, mit was für einem Feingefühl wir an die Sache heran gegangen sind. Das habe ich meinen Darstellern - manchmal zu deren Leidwesen - stets gepredigt. Das ist hier nicht anders gewesen. Ein Großteil der Angreifer 1992 waren Jugendliche. Leute in unserem Alter. Daher ist es sogar sehr sinnvoll, diesen Teil der deutschen Geschichte aus unser Sicht zu erzählen und es den jungen Leuten von heute, die die Geschehnisse nicht miterlebt haben, näher zu bringen. Wie es ist, wenn der Vater die Arbeit verliert und zum Säufer wird. Wie es sich anfühlt, wenn man in den Westen ziehen und seine Freunde verlassen muss. Und vor allem - was dann aus solchen Jugendlichen wird. Wir tun die Arbeit, die viel zu selten an Rostocker Schulen übernommen wird.


Ist es also ein Stück ausschließlich für Jugendliche?

Könnte man meinen, aber dem ist nicht so. Es ist ein Stück für den Deutschen an sich. Was das Thema "Rechte Gewalt" angeht, haben wir ein sehr schizophrenes Verhalten. 80% der Deutschen haben Sarrazins Thesen Recht gegeben, doch wird nicht ernsthaft darüber gesprochen. Alternativ geilt man sich daran auf, welche Unsinnigkeiten in seinem Buch stehen. Das man aber die Grundlage und die Thesen aufgreift und sie behandelt, daran wird scheinbar nicht gedacht. Diese Hand-vorm-Mund-Politik ist sehr kontraproduktiv, wenn man eine Lösung finden will. Und man muss eine Lösung finden, da ein rein deutsches Deutschland nicht ins Jahr 2011 passt. So wie es auch schon nicht ins Jahr 1992 gepasst hat.


Abgesehen von der Thematik - wie würdest du "Bis zum Anschlag" kurz beschreiben?

Rasant. Nah am Zuschauer. Abwechslungsreich. Meinungsbildend. Menschlich. Intelligent, ohne intellektuell zu wirken.


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