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Familie

Daddymodus Oktober 2016

Daddymodus Oktober 2016

Okt 16
Teamwork ist alles. Mom & Dad gegen den Rest der Welt.

Vor kurzem erreichte mich eine Mail von einer Leserin, die seit einer Weile meine Daddymodus-Blogs verfolgt. Sie schrieb mir, dass sie und ihr Freund meine Sachen seit einer Weile lesen, weil sie intensiv überlegen, ob sie ein Kind bekommen sollten oder nicht. Quasi als Inspiration. Der Daddymodus-Blog als Ratgeber für kommende Eltern – auch nicht schlecht. Am Ende ihrer langen Mail kam sie dann mit einer Frage um die Ecke, die sich vermutlich viele Paare stellen: "Wie verändert sich eigentlich die Beziehung, wenn ein Kind dazu kommt? Ist es nicht ein großes Risiko für die Partnerschaft, da man dann kaum noch Zeit füreinander hat und sich mit einmal alles um das Baby dreht?"
Tja, viele Paare schlittern in diese Familiensache ja einfach so rein und wundern sich dann, dass das neue Leben so gar nichts mehr mit dem alten zu tun hat. Irgendwann vermissen sie die Vorzüge des alten Lebens so sehr, dass die Beziehung ins Wanken gerät und im schlimmsten Fall sogar scheitert. Eine klare Entscheidung für ein Kind wäre also auf jeden Fall eine gute Basis für das neue "Team Familie". Aber wie kann man sich für etwas entscheiden, dass man nicht kennt? Natürlich hatten auch meine Frau und ich nicht wirklich einen Schimmer. Wir waren uns aber einig, dass wir dieses Abenteuer gemeinsam eingehen wollten. Nur darauf kommt`s doch an. Ich kenne aber viele Fälle in meinem Freundeskreis, bei denen nur einer der beiden ein Kind haben wollte und der andere dann "nachgegeben" hat. Das geht leider in den seltensten Fällen gut, denn wenn das kleine, süße Babylein erstmal schreit, weint und kackt, und das gleichzeitig, dann muss ein echte Task-Force in den Einsatz. Alleine dreht man irgendwann durch.
Wenn die Kids dann erstmal aus dem Gröbsten raus sind schleicht schnell diese gefährliche Alltagsroutine ein, die enorme  Sprengkraft hat. Wie meinte ein befreundeter Vater neulich zu mir: "Du kommst nach 'nem langen Arbeitstag nach Hause, bist völlig im Arsch, weil du schon um 6 Uhr hoch bist. Dann bringst du die Kinder noch ins Bett und schreist dich danach noch mit deiner Frau wegen irgendwelchen Lappalien an – weil irgendwie bei allen die Akkus alle sind." Das kenne ich natürlich auch, hin und wieder. Für meine Frau und mich ist es bei aller Arbeit, die wir mit Kind und Kegel haben, daher extrem wichtig, dass wir uns offen die Meinung sagen – gerade wenn die Akkus mal alle sind. Im besten Fall schaut einfach jeder, dass die Akkus des anderen immer wieder aufgeladen werden.
Apropos Akkus. In der wenigen Zeit, die einem neben Job und Familie bleibt, möchte man natürlich möglichst viele nette Dinge unterbringen. Ich fahre zum Beispiel gern ins Studio und mache Musik. Oder ich widme mich einer neuen Serie. Ihr wisst schon, die gute, alte Watchlist arbeitet sich schließlich nicht von alleine ab. Wichtig ist nur, dass man sich als "Team Mom & Dad" immer wieder auch Zeiten blockt, die man zu zweit genießen kann. Einfach mal was essen gehen - ohne dass jemand einen Teller runterschmeißt oder den neuesten Pulli vollkotzt. Oder mal an den Strand fahren - ohne eine Mega-Super-Kleckerburg zu bauen. Einfach mal durch die Kröpi schlendern – ohne dass K1 und K2 den nächsten Zickenkrieg in aller Öffentlichkeit starten. Denn wenn man sich keine Zeit mehr nimmt, entfremdet man sich langsam, weil sich alles nur noch um das Kind dreht - bis man sich nichts mehr zu sagen hat. Wenn das Kind dann abends schläft, wird die Glotze angemacht und nebenbei die Timeline gescrollt. Da kann natürlich nicht mehr so viel gehen zwischen Muddi und Vaddi. So oder so nicht. Damit es aber nicht soweit kommt, muss man sich gegenseitig den Rücken frei halten, denn nichts ist schlimmer, als wenn man irgendwann nur noch Mama und Papa ist und sich auch nur noch so nennt. Aber soweit muss es ja nicht kommen.

Der Autor
Gabriel Rath schreibt hier über sein Leben als Daddy. Der Rostocker, der unter anderem als Rapper Gabreal unterwegs ist, hat zwei Töchter und ist glücklich verheiratet. Auf seiner Website www.gabrielrath.com bloggt er über Social Media, Musik und sein Leben als Daddy.

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